Kundenbindungsprogramme im Lebensmittelhandel: Was Loyalty-Reports 2025 und 2026 für Fleischereien in Österreich bedeuten

Kundenbindungsprogramme im Lebensmittelhandel: Was Loyalty-Reports 2025 und 2026 für Fleischereien in Österreich bedeuten
Kundenbindung ist im österreichischen Lebensmittelhandel längst keine Kür mehr. Wer heute Stammkunden halten will, muss Vorteile klar, schnell und nachvollziehbar anbieten. Genau darauf zielen die aktuellen Ergebnisse der Loyalty-Studien von hello again und dem Handelsverband ab.
Der Loyalty Report 2025 zeigt, welche Mechanismen bereits jetzt wirken und welche Kanäle Kund:innen tatsächlich nutzen. Parallel dazu macht die aktuelle Presseinformation zum Loyalty Report 2026 deutlich, wie stark sich Erwartungen in Richtung Sofortvorteile, Personalisierung und digitale Programme zuspitzen.
Für Fleischer und Lebensmittelhändler ist das mehr als ein Marketingthema. Es geht um Frequenz, Warenkorb, Kalkulation und um planbare Kundenkontakte in einem zunehmend preissensiblen Markt.
Was der Loyalty Report 2025 schwarz auf weiß zeigt
Der Loyalty Report 2025 basiert laut Methodik auf CAWI-Befragungen über ein Marketagent Online Access Panel mit insgesamt 2.000 Netto-Interviews (Österreich: 500, Deutschland: 1.000, Schweiz: 500) im Zeitraum 11.03.2025 bis 20.03.2025.
Bonhöhe: Treueprogramme erhöhen Ausgaben spürbar
Ein Befund ist für den Handel besonders relevant: Kund:innen geben im Schnitt 31,7 Prozent mehr aus, seit sie Kundenbindungsprogramme nutzen. Das ist kein weicher Imageeffekt, sondern ein messbarer Hebel auf den Warenkorb.
Für Fleischereien ist dieser Zusammenhang praxisnah: Wer es schafft, Stammkund:innen regelmäßig in den Laden zu holen und gezielt auf margenstärkere Sortimente hinzuweisen, kann Umsatz und Sortimentsmix stabilisieren. Entscheidend ist, dass der Vorteil für Kunden unmittelbar verständlich bleibt und zur Einkaufslogik passt.
Erwarteter Nutzen: Preisvorteile dominieren
Auf die Frage, was Kunden ganz allgemein von Bonusprogrammen erwarten, liegen Ersparnisse durch Preis- und Rabattaktionen klar vorn (80,0 Prozent). Dahinter folgen deutlich abgeschlagen Exklusivprodukte, personalisierte Angebote, Service, Zeitersparnis oder Pre-Sale-Optionen.
Für das Lebensmittelhandwerk heißt das: Ohne glaubwürdige Preis- oder Wertvorteile wird Kundenbindung schnell zur leeren Hülle.
Kommunikation: Häufigkeit ist gewünscht, aber kanalabhängig
81,7 Prozent der Kunden möchten mindestens einmal pro Woche über Angebote und Neuigkeiten informiert werden. Gleichzeitig zeigt der Report, dass Österreich beim klassischen Flugblatt zwar noch stark ist, die Nutzung aber zurückgeht: Print-Aussendungen liegen bei 46,8 Prozent.
Der Altersvergleich ist in der Praxis wichtig: Jüngere Zielgruppen sind stärker app-affin, ältere bleiben bei Print und Newsletter. Für Betriebe mit regionalem Einzugsgebiet bedeutet das: Ein einziger Kanal reicht selten aus. Erfolgreich ist, wer Stammkund:innen in der passenden Frequenz erreicht, ohne sie mit unstrukturierten Botschaften zu überfordern.
Digitalisierung: Bereitschaft zum Umstieg ist hoch
74,9 Prozent würden auf eine digitale Alternative umsteigen, wenn es eine gäbe. Gleichzeitig werden digitale Kundenbindungsprogramme bereits breit genutzt: 82,8 Prozent verwenden Bonusprogramm-Plattformen bzw. Treue-Club-Apps zumindest fallweise.
Das ist für Fleischereien in Österreich eine klare Botschaft: Digital ist nicht nur ein Thema der Filialisten. Auch kleinere Betriebe können profitieren, wenn die Lösung niederschwellig ist und das Kerngeschäft unterstützt statt zu verkomplizieren.
Gamification: Nicht nur „Spielerei“
Gamification bleibt relevant: 37,8 Prozent der Befragten in Österreich nutzen ein Spielangebot in einer Treue-App gerne oder sehr gerne.
Im Lebensmittelhandel kann das sinnvoll sein, wenn es nicht vom Produkt ablenkt, sondern Interaktion und Wiederkehr fördert, etwa über saisonale Sammelmechaniken oder klar definierte Belohnungen.
Was der Loyalty Report 2026 laut Presseinformation zusätzlich zuspitzt
In der aktuellen Aussendung zum Loyalty Report 2026 werden zentrale Erwartungen noch stärker auf „Sofort“ und „Einfach“ verdichtet.
Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands:
„Je schneller und einfacher Vorteile verfügbar sind, desto stärker binden sie Kunden langfristig ans Unternehmen.“
Franz Tretter, Gründer und CEO von hello again:
„Kunden erwarten 2026 vor allem Einfachheit, Relevanz und direkte Vorteile.“
Diese Aussagen ergänzen die quantitativen Befunde aus dem Loyalty Report 2025, die bereits stark auf Preisvorteile, Digitalbereitschaft und regelmäßige Information hinweisen.
Was das für Fleischereien und Lebensmittelhändler in Österreich konkret bedeutet
1) Kundenbindung muss im Alltag funktionieren
Treueprogramme scheitern im Lebensmittelhandel selten an der Idee, sondern an der Umsetzung: zu kompliziert, zu wenig spürbar, zu selten kommuniziert. Der 2025er Report zeigt klar, dass Preis- und Rabattlogik im Zentrum steht.
Für Fleischereien heißt das: Der Vorteil muss in wenigen Sekunden erklärbar sein, an der Theke ebenso wie im digitalen Kanal.
2) Digitale Programme sind ein Betriebswerkzeug, kein Selbstzweck
Die hohe Umstiegsbereitschaft auf digitale Lösungen ist eine Chance, wenn digitale Kundenbindung als Werkzeug verstanden wird: zur Steuerung von Frequenz, zur Bewerbung von Vorbestellungen, zur Planbarkeit von Aktionen und zur Stabilisierung von Stammkundschaft in Zeiten schwankender Kaufkraft.
3) Kommunikation ist Teil der Wertschöpfung
Wenn mehr als vier von fünf Kund:innen wöchentliche Information wünschen, ist Kommunikation kein Zusatz, sondern ein fester Bestandteil des Angebots. Für das Fachpublikum ist das betriebswirtschaftlich relevant: Wer Aktionen kommuniziert, kann Mengen und Nachfrage besser steuern, Abverkäufe planen und Retouren reduzieren.
4) Segmentierung wird wichtiger
Österreich ist kein homogener Markt. Stadtlagen funktionieren anders als ländliche Regionen, und Alterssegmente reagieren unterschiedlich auf Kanäle. Das spricht für eine klare Segmentlogik in der Kundenansprache: Stammkund:innen sind nicht „alle“, sondern unterschiedliche Gruppen mit unterschiedlichem Informationsverhalten.
Einordnung für das Fachpublikum: Kundenbindung als Antwort auf Preisdruck
Der Loyalty Report 2025 hält fest, dass sich 86,4 Prozent durch Kundenbindungsprogramme „in Zeiten der Teuerung“ unterstützt fühlen.
Für Fleischeren ist das ein wichtiger Hinweis: Treueprogramme wirken nicht nur über Rabatte, sondern über das Gefühl von Fairness und Verlässlichkeit. Gerade bei erklärungsbedürftigen Produkten, Qualitätsargumenten und regionaler Herkunft kann Kundenbindung als Vertrauensverstärker dienen, wenn sie konsequent, transparent und glaubwürdig bleibt.

Methodik und Quellenlage
Die hier dargestellten Zahlen stammen aus dem Loyalty Report 2025 von hello again und Handelsverband (CAWI | Marketagent, n=2.000, AT n=500). Ergänzende Aussagen basieren auf der bereitgestellten Presseinformation zum Loyalty Report 2026.
Weiterführende Informationen
Den vollständigen Loyalty-Report sowie weiterführendes Material finden Leser:innen über den im Printartikel integrierten QR-Code oder direkt über die Website von hello again.
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