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Landwirtschaft & Umwelt

Jede österreichische Gans hat Auslauf

Rund um Martini hat das Gansl Hochsaison. Der Griff zur heimischen Gans zahlt sich aus: In der österreichischen Gänsemast herrschen strengere Auflagen, als es die EU-Bio-Verordnung vorgibt.

Wenn die Tage schon deutlich kürzer werden und das Jahr langsam in Richtung Winter fortschreitet, dann hat die Gans in Österreich Hochsaison: Der Großteil der in Österreich konsumierten frischen Gänse wird rund um Martini am 11. November verkauft beziehungsweise verspeist.

Dass sich die Nachfrage nach Gänsefleisch im restlichen Jahr in Grenzen hält, zeigt der Gesamtverzehr: Die Österreicherinnen und Österreicher essen etwa 1.200 Tonnen Gänsefleisch pro Jahr, das sind rund 0,13 Kilogramm pro Kopf.

Etwas mehr als ein Viertel davon kommt aus heimischer Produktion, der Rest kommt aus anderen Ländern wie zum Beispiel Ungarn. Dabei gibt es signifikante Unterschiede in der Haltung der Tiere, denn in kaum einem anderen Land werden Gänse unter derart strengen Auflagen gehalten wie in Österreich.

Griff zur heimischen Gans, Griff zu guter Haltung

Unabhängig davon, ob die Gans konventionell oder biologisch gehalten wird, muss dieser ein Auslauf zur Verfügung stehen – das schreibt die österreichische Tierhaltungsverordnung vor. Sieht man sich die Vorschriften genauer an, dann ist die konventionelle Gänsehaltung in Österreich sogar noch strenger reguliert als die biologische auf EU-Ebene:

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Laut EU-Bio-Verordnung dürfen maximal 21 Kilogramm Gänse auf einem Quadratmeter gehalten werden, und jeder Gans muss ein Auslauf in der Größe von mindestens 15 Quadratmetern zur Verfügung stehen. Auch in Österreich beträgt die Höchstbesatzdichte 21 Kilogramm, allerdings muss jedes Tier mindestens 50 Quadratmeter Auslauf haben, also deutlich mehr. Haben die Tiere mehr Platz im Stall, dann ist weniger Auslauf ausreichend: Wenn maximal 15 Kilogramm pro Quadratmeter gehalten werden, genügen 10 Quadratmeter Auslauf pro Tier.

Diese durchgängig hohen Tierhaltungsstandards in der Gänsemast sind eine Besonderheit der österreichischen Landwirtschaft und für Hannes Royer, Obmann des Vereins Land schafft Leben, ein guter Grund, beim Ganslessen auf die Herkunft zu achten:

„Gänse werden bei uns schon in der konventionellen Landwirtschaft unter strengeren Auflagen gehalten, als es die EU-Bio-Verordnung vorgibt. Das zeigt, wie wichtig den Österreicherinnen und Österreichern Tierwohl ist. Wenn wir diese Standards beibehalten wollen, müssen wir aber auch dazu greifen, sprich: beim Ganslessen auf die Herkunft der Tiere achten. Als Konsumentinnen und Konsumenten haben wir in Österreich den riesigen Luxus, auswählen und uns für gute Haltungsbedingungen entscheiden zu können – wir müssen es nur tun.“

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