Wir haben derzeit 1.189 Betriebe O?sterreich – im Jahr 2018, also bevor der ganze Corona-Schmarrn angefangen hat, waren es noch 1.235. Natu?rlich haben einige Betriebe mehr geschlossen, aber es sind auch wieder neue dazugekommen, was mich sehr freut. Was die Lehrlinge betrifft: Aktuell haben wir 318, verteilt auf alle drei Lehrjahre. Wa?hrend der Pandemie hatten wir einen guten Zulauf, aber man muss bedenken, dass einige Lehrlinge aus der Landwirtschaft kommen und dort auch weiterhin in der Direktvermarktung arbeiten. Seit Jahren bemu?hen wir uns, das Image des Fleischerberufs zu verbessern. Immer mehr gelingt es uns, zu zeigen, dass der Beruf sehr kreativ ist und nichts mehr mit dem veralteten Bild vom „blutigen, ba?rbeißigen Fleischer“ zu tun hat. Dennoch ist der „analoge“ Beruf des Fleischers oder der Fleischerin fu?r den digitalaffinen Nachwuchs nicht mehr unbedingt attraktiv. Das ist ein grundsa?tzliches Problem in der heutigen Wahrnehmung und es betrifft nicht nur das Fleischerhandwerk. Eine Zeit lang konnten wir dieses Problem mit Mitarbeitern aus Osteuropa gut u?berbru?cken. Doch mittlerweile gibt es auch dort Nachwuchsprobleme. Es gibt heute sogar Betriebe, die bereits im asiatischen und su?damerikanischen Raum um Fachkra?fte werben. Hinzu kommt, dass das Image von Fleisch und Wurstwaren nicht mehr ganz so gut ist. Der Verzehr von Fleisch und Fleischwaren sinkt und das generelle Erna?hrungsbild hat sich vera?ndert.

Die Aufmerksamkeit der Skills

Eine großartige Mo?glichkeit fu?r unsere Branche, Sichtbarkeit zu erlangen und somit auch das Image des Berufs zu verbessern und zu sta?rken, sind die Skills-Wettbewerbe – von den JuniorSkills bis hin zu den WorldSkills. Hier bekommen wir große Aufmerksamkeit in den Massenmedien und wecken so auch Interesse an unserer Branche und dem Beruf der Fleischverarbeitung. Daher bitte ich auch alle, diese Skills im Sinne der Jugendarbeit zu unterstu?tzen und die eigenen Lehrlinge fu?r eine Teilnahme zu motivieren. Aber es mu?ssen nicht nur die Skills sein. Jeder in der Branche kann etwas fu?r das Image des Handwerks tun. Holt eure Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vor den Vorhang, erza?hlt ihre Geschichten, weckt Interesse fu?r den wunderbaren Beruf und zeigt, welche grandiosen Produkte in euren Betrieben entstehen. Bei allen momentanen Schwierigkeiten: Wir mu?ssen den Fleischer-Beruf mit Stolz und Wertscha?tzung pra?sentieren, anstatt durch sta?ndiges „Sudern“ potenzielle Interessenten zu verschrecken.
Wir ko?nnen sehr stolz auf unser Fleischerhandwerk sein – und das sollten wir auch deutlich und ta?glich zeigen!

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