Landwirtschaft & Umwelt

Land schafft Leben begrüßt die Konkretisierung von AMA für die Anbindehaltung

Grundsätzlich ist die dauernde Anbindehaltung verboten. Milchkühe dürfen noch bis 2030 unter bestimmten Ausnahmen 365 Tage im Jahr an ihrem Stellplatz angebunden sein. Für AMA-Betriebe ist nun bereits früher Schluss: Mit Ende 2023 wurde das ausnahmslose Ende für die dauernde Anbindehaltung beschlossen.

Das Ende der dauernden Anbindehaltung bedeutet auch für die österreichische Milchwirtschaft eine Weiterentwicklung durch verbesserte Haltungsbedingungen. Laut AMA betrifft das bis zu 10 Prozent aller Milchviehbetriebe.

Hannes Royer, Obmann von Land schafft Leben, sieht die neuen Bestimmungen als logischen Schritt: „Die österreichische Milchbranche entwickelt sich laufend weiter. Konsumentinnen und Konsumenten akzeptieren es schlichtweg nicht mehr, dass Milchkühe ihr Leben lang angebunden bleiben, auch nicht in Ausnahmefällen. Nun können wir uns sicher sein, dass Milch und Milchprodukte, die das AMA-Gütesiegel tragen, bald nicht mehr aus dieser Haltungsform kommen. Qualität umfasst heutzutage viel mehr als nur die Produktbeschaffenheit: Ebenso wichtig sind Herkunft sowie Produktionsbedingungen. Das umfasst für die Mehrheit der Konsumentinnen und Konsumenten auch die Haltung unserer Nutztiere.“

Finanzielle Umstiegshilfe von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig errichtet eine Sonderrichtlinie für ein Investitionsprogramm, der den Umstieg bis 2024 erleichtern soll. Totschnig will Bäuerinnen und Bauern die bis zu 2 Jahre vor der gesetzlichen Frist aus der dauernden Anbindehaltung umsteigen – also bis Ende 2027 – finanziell zu unterstützen. Dafür stehen 30 Mio. Euro jährlich zur Verfügung.

In der Gastronomie bleibt das Essen anonym

Das AMA-Gütesiegel wird bei Milch und Milchprodukten mit dem Beschluss noch konkreter. Die österreichische Milchproduktion erfüllt somit höhere Standards, worauf sich Konsumentinnen und Konsumenten verlassen können. Zumindest im Supermarkt, wie Hannes Royer anmerkt:

„Jedes Stück mehr Transparenz und Information für Konsumentinnen und Konsumenten ist ein Gewinn. Schließlich kann es im Jahr 2022 nicht sein, dass wir so wenig über unser Essen wissen, das wir tagtäglich konsumieren. Die Branchen arbeiten immer wieder daran, mehr Transparenz zu schaffen, der Lebensmitteleinzelhandel ebenfalls. Völlig ahnungslos bleiben wir allerdings, wenn wir auswärts essen. In der Gastronomie wird nur im Ausnahmefall freiwillig angegeben, woher die Lebensmittel kommen.“

Milch aus Österreich garantiert gentechnikfrei

Die Milchwirtschaft zeichnet sich bereits durch einige Besonderheiten aus. Kein Land hat etwa so einen großen Anteil an Bio-Milch wie Österreich: 26 Prozent der Milchbetriebe produzieren biologisch. Außerdem ist die heimische Landwirtschaft mit durchschnittlich 22 Milchkühen pro Betrieb eher kleinstrukturiert. Zum Vergleich: In Deutschland leben im Schnitt knapp 70 Tiere auf einem Hof.

Das liegt unter anderem daran, dass rund 70 Prozent der Höfe im Berggebiet liegen. Diese Flächen bilden wiederum die Basis für den touristisch genutzten Erholungsraum und werden durch die Haltung von Wiederkäuern wie Rinder erst für den Menschen nutzbar und zugänglich gemacht.

Zusätzlich hat sich Österreichs Milchwirtschaft 2010 darauf geeinigt, gänzlich auf die Verwendung von gentechnisch verändertem Futter zu verzichten. Milch aus Österreich ist somit garantiert gentechnikfrei.

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