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Angestellte in Gastronomie und Hotellerie am unzufriedensten

Der aktuelle StepStone Jobreport 2022 zeigt, dass in den Berufsgruppen Gastronomie, Hotellerie und Verkauf (Einzel- & Großhandel) die größte Jobunzufriedenheit herrscht.

Bei der Frage, wie zufrieden sie aktuell mit ihrer beruflichen Situation sind, liegen Angestellte aus der Pflege, Gastronomie und Hotellerie und dem Verkauf auf den letzten Plätzen. Das zeigt der aktuelle StepStone-Jobreport, für den 2000 Personen repräsentativ für ganz Österreich im Jänner 2022 befragt wurden.

Grundsätzlich sorgt die Entwicklung der vergangenen Monate aber für mehr Zufriedenheit bei den Beschäftigten. Zwei Drittel der Österreicher:innen (66 %) sind zufrieden mit ihrer beruflichen Situation. Angestellte sind zufriedener: 71 % der Angestellten, aber nur 55 % der Selbstständigen sind sehr oder eher zufrieden. Beschäftigte im Gesundheitswesen (Ärzt:innen, Pfleger:innen, Arzt- helfer:innen) zählen zu den unzufriedeneren Berufsgruppen. Am unzufriedensten sind die Beschäftigten im Verkauf (Einzel- und Großhandel).

Die mit Abstand glücklichsten Berufsgruppen sind übrigens Marketing, PR, Werbung gefolgt vom Personalwesen. Diese Jobs wurden 2021 stärker nachgefragt als alle anderen – die Anzahl der ausgeschrieben Jobs ist in beiden Berufsgruppen im Vergleich zum Jahr davor um jeweils 60 % gestiegen.

Jede(r) Vierte will wechseln

Die Unzufriedenheit wirkt sich auch auf die Wechselbereitschaft aus, zeigt die Step-Stone-Erhebung: So ist mehr als jeder vierte Beschäftigte aus Gastro und Hotellerie fest entschlossen, sich beruflich neu zu orientie- ren. Rund 28 % aller Befragten wollen sich wegen der Erfahrungen in der Krise nach einem neuen Job suchen oder haben erst kürzlich den Arbeitgeber gewechselt. Jeder Fünfte (21 %) gibt an, während der Krise neue berufliche Bedürfnisse entwickelt zu haben. „Viele haben sich im Lockdown umorientiertm und wurden in Branchen wie Handel und Industrie mit offenen Armen empfangen, weil sie einen ausgeprägten Service-Gedanken mitbringen und Freude am Umgang mit Menschen zeigen. Hinzu kommen auf der anderen Seite die tendenziell schwierigen und unflexiblen Arbeitszeiten“, skizziert Nikolai Dürhammer, Geschäftsführer von StepStone Österreich, einige der Herausforderungen der Branche bei der Personalsuche.

Eigener Marktwert wird unterschätzt

Wird der eigene Marktwert als hoch eingeschätzt, motiviert das zum Jobwechsel: Doch dieses Gefühl ist (noch) nicht so ausgeprägt. Nur etwa die Hälfte der Befragten (54 %) nimmt die eigenen Chancen am Ar- beitsmarkt als sehr gut oder eher gut wahr, wobei Männer ihre Chancen tendenziell als besser einschätzen als Frauen. Als Beispiel die Berufsgruppe Verkauf (Einzelhandel): Obwohl die Anzahl der Jobausschreibungen mittlerweile wieder über dem Vor-Corona-Niveau liegt, denken nur 11 %, dass sie sehr gute Chancen am Markt hätten. 23 % sind sogar der Meinung, ihre Chancen am Jobmarkt seien derzeit (sehr) schlecht. „Allerdings hat sich diese Branche nur langsam vom ersten Covid-Schock erholt: Erst Ende 2021 lag die Anzahl der Jobs im Einzelhandel wieder auf Vor-Corona-Niveau. Die Verbesserung dürfte hier wohl erst langsam bei den Beschäftigten spürbar werden“, so Corina Drucker, Studienleiterin und Pressesprecherin von StepStone Österreich.

Work-Life-Balance ist wichtiger

Bei Arbeitgebern sorgt die Unzufriedenheit der Angestellten für Kopfzerbrechen, denn: Die meisten Branchen erleben einen Aufschwung, gerade gut ausgebildete Fachkräfte werden dringend gesucht. Laut der Befragung möchten 76 % der Österreicher:innen künftig im Homeoffice arbeiten, und zwar mehrere Tage pro Woche. 73 % sagen, dass ihnen eine gute Work-Life-Balance während der Pandemie wichtiger geworden ist. Auf der anderen Seite sagen nur 64 % „den Job zu behalten, ist mir wichtiger“. Im Vergleich dazu: Auf dem gesamten Stellenmarkt werden Gleitzeit, flexible und eigenverantwortliche Arbeitszeiten derzeit in etwa jeder achten Stellenanzeige genannt.

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