Wenn ein Kunde zur Wiedereröffnung nach einem Umbau einen Bildband übergibt, der den Laden vor und während des Umbaus zeigt, dann ist das nicht nur ein Geschenk, sondern Ausdruck besonderer Verbundenheit. Die Fleischerei Rhabek ist in Puchberg am Schneeberg, Niederösterreich, eine Institution. Drei Generationen der Familie haben 60 Jahre im Laden bis zum Umbau gearbeitet: die Großeltern, die Eltern und seit der Meisterprüfung 2012 auch Florian Rhabek.
„Freundlich, hell und praktisch.“ Das waren die drei Anforderungen, die der 40-Jährige an Christoph Sindlgruber von Aichinger gestellt hat. „Es ist sehr schön geworden“, meinen der Auftraggeber und auch die Stammkunden sowie die durch den Umbau neu hinzugewonnenen Kunden. Der Umsatz im Laden ist, seit er im Juli wieder aufgesperrt wurde, entgegen der allgemeinen Kaufzurückhaltung gestiegen.
Der erste Eindruck zählt
Das Lindgrün der Hausfassade ist einem warmen Weiß gewichen, die bodentiefen Fensterelemente erlauben schon von außen einen Blick auf den Laden und die 4,6 Laufmeter-Theke Sirius 3 frei. Das einladende Eingangsportal wird links von der Aktionstafel gerahmt und rechts vom markanten Logo der Metzgerei Rhabek. So gar nichts mehr erinnert an den früheren Laden.
Die Theke mit stiller Kühlung war sichtlich in die Jahre gekommen. Mit ihr die Kälteanlage der Theke und die Kühlhäuser der rückwärtigen Produktion. Die Fläche für die Produktion wurde angebaut, dadurch hat der Laden mehr Tiefe und Fläche gewonnen. „Früher mussten die Kunden oft auf der Straße warten“, erinnert sich Florian Rhabek.
Nicht nur für sie wurde mehr Fläche geschaffen, sondern auch für die Gäste, die vor Ort essen. Am Fenster sind drei Stehplätze und in einem kleinen Stüberl nochmals acht Sitzplätze entstanden. Die Oberflächenstruktur der Sitzbank und die des Stehtisches wurde der Struktur eines Hackklotzes nachempfunden.
Der Kunde im Mittelpunkt
Bei der Fleischerei Rhabek ist Frische und Handwerk sichtbar. Die Auslage ist gegenüber der früheren Theke näher am Kunden. Die drei verschiedenen Leberkäsesorten, die Braten, Fleischlaberln und Schnitzel werden in gusseisernen Kasserollen auf den zwei Platten 64 energieeffizient warm gehalten.
Seitlich dahinter werden in einem gekühlten Glasschrank die Spezialitäten präsentiert. Fleisch wird immer einsehbar und mit Blick zum Kunden geschnitten – und immer von dem Stück, das der Kunde wünscht. „Der Kunde ist König, wir erfüllen nahezu alle Wünsche“, sagt Florian Rhabek. Mittlerweile auch mit bereits küchenfertigen oder gekochten Produkten: Beuschel, Gulasch, Leberknödel oder Rindsragout. „Es wird immer mehr“, beobachtet Florian Rhabek. Diese Produkte werden zusammen mit den vakuumierten Wurstspezialitäten, Eiern, Senfspezialitäten und saurem Eingelegtem in einem offenen SB-Kühlregal der Marke TopSpot MIO+ angeboten, das direkt an die Bedientheke angegliedert ist.

Hochwertig präsentiert werden die Spezialitäten in der Heißen Theke
auf der Platte 64 von Aichinger. © Michaela Begsteiger
Heimische Qualität überzeugt
Den Kunden stets im Blick und kurze Wege – so lauteten die Anforderungen Florian Rhabeks an das Endergebnis des Umbaus. Die Rückwand ist an zwei Stellen geöffnet: mit direkten Zugängen zu den Kühlhäusern und zur Küche. Dort werden die Jausensemmeln vorbereitet: Zwischen 300 und 350 gehen täglich über die Theke. An Samstagen werden zudem 70 bis 100 Mittagessen ausgegeben. Die Semmeln bezieht er vom Bäcker nebenan. Das Ladengeschäft wird von der Familie verpachtet. Beide profitieren gegenseitig von der Kundenfrequenz.
Alles in Reichweite
2.700 Einwohner, aber zwei Fleischereien: Puchberg hat vermutlich die meisten Fleischereien Österreichs im Verhältnis zu seiner Größe. Florian Rhabek schlachtet vor Ort Rinder von regionalen Landwirten, eine Lohnschlachterei liefert die Schweinehälften zu. „Wir machen möglichst alles selber“, sagt Florian Rhabek. Bekannt ist die Fleischerei für das Geselchte aus dem Holzrauchofen. Dieser wird wie bei den Großeltern noch mit Buchenholz und Sägespänen betrieben. Als passionierter Jäger bietet er zudem frisches Wildfleisch und geräucherte Wildwürste an.
Autor: Volker Simon











