Am Wort!

Raimund Plautz: Aus der Innung!

Kommentar des Bundesinnungsmeisters der Fleischer & Fleischermeister

Die Herkunftskennzeichnung ist eine gute Idee – die Umsetzung wegen des gewaltigen Ungleichgewichts in der EU aber nicht so einfach. Am Beispiel Geflügel ist das gut zu erkennen: In Österreich ist die Käfighaltung verboten, im gesamten EU-Osten aber erlaubt. Es kann nicht sein, dass im heutigen Europa noch immer eine Tierhaltung besteht, die gegen die Natur gerichtet ist. Das gehört unbedingt vereinheitlicht, denn sonst ist und bleibt die Wettbewerbsverzerrung gewaltig.

Keine krummen Bananen

Europa kümmert sich zwar darum, wie krumm eine Banane sein darf, ist aber nicht in der Lage, einheitliche Tierschutzverordnungen auf den Weg zu bringen. So lange das aber nicht vereinheitlicht wird, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn wir mit Billigfleisch aus dem Ausland überflutet werden. Vonseiten der Innung versuchen wir ein kluges Lobbying zu betreiben, aber auch das ist nicht so einfach.

Und wir brauchen bei der ganzen Problematik nicht einmal über die Grenzen zu schauen. Auch in Österreich sind wir nicht im Stande für ein einheitliches Tierschutzgesetz und haben derzeit neun (!) unterschiedliche Tierschutzgesetze. Jedes Bundesland ist selber für die Haltungsbedingungen zuständig. Warum ist es nicht möglich, wenigstens einmal bundeseinheitlich ein Tierschutzgesetz zu haben? Ich weiß schon, dass sich die Länder ihre Pfründe nicht nehmen lassen, aber für mich entbehrt es jeder Sinnhaftigkeit. Leidtragend sind einmal mehr unsere Betriebe, die Tag für Tag versuchen müssen, den gewaltigen Wettbewerbsnachteil aufzuholen.

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