Herkunft ist kein Marketing – sie ist unsere Stärke!
Kaum ein Thema sorgt derzeit für so viele Diskussionen wie die ausstehende Ratifizierung des EU-Mercosur-Abkommens. In vielen Gesprächen mit Kollegen höre ich dabei vor allem eine Sorge: Billigeres Fleisch aus Südamerika könnte den heimischen Markt massiv unter Druck setzen. Diese Sorge ist verständlich. Aber vielleicht lohnt sich auch ein anderer Blick darauf. Denn eines wird in dieser Diskussion oft übersehen: Das österreichische Fleischerhandwerk spielt in einer völlig anderen Liga als die industrielle Massenware. Unsere Stärke war nie der niedrigste Preis. Unsere Stärke war immer etwas anderes – Herkunft, Transparenz und handwerkliche Qualität. Wer in eine gute Fleischerei geht, kauft nicht einfach anonymes Protein. Er kauft ein Stück Region.
Ein Produkt, dessen Herkunft nachvollziehbar ist. Oft sogar ein Tier aus der unmittelbaren Umgebung, verarbeitet von Menschen, die ihr Handwerk von Grund auf verstehen. Genau darin liegt der entscheidende Unterschied. Während industrielle Ware immer austauschbarer wird, wächst gleichzeitig bei vielen Konsumenten das Bedürfnis nach echter Orientierung. Sie wollen wissen, woher ein Produkt kommt, wie es entstanden ist und wer dahintersteht.
Die Debatte um Mercosur zeigt deshalb vor allem eines: Je globaler und anonymer die Fleischmärkte werden, desto wertvoller wird das Handwerk vor Ort. Wir müssen uns nicht neu erfinden – wir müssen nur aufhören, uns über den Preis zu definieren. Für das Fleischerhandwerk ist die Arbeit mit regionaler Herkunft kein neues Trendthema, sondern unsere DNA.
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