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Zahlungsverkehr: SEPA und die Folgen

Hinter SEPA verbirgt sich mehr als die Umstellung auf IBAN und BIC, veränderte Fristen können Zahlungsschwierigkeiten mit sich bringen

Ein Gespenst geht um in Eu-ropa. Allerdings ist es diesmal ganz klar nicht der Kommunismus, sondern SEPA. Unter diesem für „Single Euro Payment Area” stehenden Kürzel wird seit 2008 der Zahlungsverkehr innerhalb der Europäischen Union harmonisiert.

In der Praxis ersetzen nicht nur IBAN und BIC die bisherigen Nummern für Kontonummer und Bankleitzahl, auch die Lastschriften werden damit völlig neu aufgestellt: Künftig gibt es die „Basisversion” SEPA Direct Debit Core, die immer bei Geschäften mit Endverbrauchern zum Einsatz kommt und optional auch zwischen Unternehmen verwendet werden kann. Und SEPA Direct Debit B2B, das ausschließlich für Geldgeschäfte von Wirtschaftstreibenden dient. Vorsicht ist hier bei Rückabwicklungen von Geldgeschäften geboten. Die „Businessversion” SEPA Direct Debit B2B erlaubt keine Rückabwicklung, die Basisversion SEPA Direct Debit Core bietet 42 Tage Einspruchsfrist.


Achtung bei Rückabwicklung

Ein weiterer Unterschied zwischen diesen Zahlungsarten: Bei Core muss die Lastschrift der Schuldnerbank mindestens zwei bis fünf Tage vor Fälligkeit vorliegen, bei B2B nur einen Werktag – mit dem Effekt, dass Geschäftsparnter mit B2B deutlich schneller an ihr Geld kommen. B2B ist jedoch mit ziemlichem Aufwand verbunden, muss doch von jedem Kunden, von dessen Konto Geld abgebucht werden soll, ein gültiges Mandat eingeholt werden. Damit ist SEPA Core im Vergleich zu B2B deutlich kundenfreundlicher und auch administrativ einfacher umzusetzen. Daher entschließen sich Unternehmen, die wählen können, mitunter trotzdem auf Core zu setzen.

Noch gibt es eine Schonfrist zur Umsetzung der SEPA. Denn der ursprüngliche, mit Februar geplante Start der neuen Zahlungsarten ist auf 1. August verschoben. Wer sich bis jetzt noch nicht schlau gemacht hat, sollte dies schleunigst nachholen. Denn ansonsten könnte das Geld früher als geplant vom Konto verschwinden und umgekehrt die eigenen Eingänge länger dauern als erwartet – Zahlungsschwierigkeiten inklusive.

mh/pm

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