Landwirtschaft & Umwelt

Aktionsplan zur nachhaltigen Beschaffung wichtiger Schritt zur Herkunftskennzeichnung

Der Verein Nachhaltige Tierhaltung Österreich (NTÖ) als Vertreter der Veredelungswirtschaft mit den Sparten der Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Geflügel und Pferde begrüßt den Ministerratsbeschluss zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung (NaBe). Doch nur verpflichtende Einhaltung der Kriterien und zusätzliche Kontrolle bringen gewünschte Erfolge.

Im Rahmen des Revisionsprozesses hatte auch der NTÖ als Sprachrohr der über 56.000 Rinder-, 21.000 Schweine-, 3.000 Geflügel-, 15.000 Schaf-, 9.700 Ziegen- und 25.000 Pferdehalterinnen und -haltern in Österreich die Möglichkeit, Stellungnahmen abzugeben und Vorschläge für die Entwicklung und Definition der Beschaffungskriterien einzubringen.

Verbesserung bei Beschaffung von Lebensmitteln

“Das Klimaschutzministerium hat unsere konstruktiven Verbesserungsvorschläge hinsichtlich der Spezifikationen für die Beschaffung von Lebensmitteln und Verpflegungsdienstleistungen aufgenommen”, freut sich NTÖ-Obmann Josef Fradler. “Dies umfasst den Einkauf von Eiern, Milch und Milchprodukten sowie Fleisch von Rind, Kalb und Schwein – als Frischware und in Verarbeitungserzeugnissen.

Die heimische tierhaltende Landwirtschaft garantiert Produktqualität und Tierwohl, die sich in den hohen Anforderungen des NaBe-Plans widerspiegeln. Produziert wird im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft unter Einhaltung höchster Produktions-, Umwelt- und Tierwohlstandards. Ein strenges Tierschutzgesetz, eine enge Partnerschaft mit der Tierärzteschaft und regelmäßige Kontrollen untermauern dies.”

Das „Schlupfloch Verfügbarkeit”

Die Vertreter der Veredelungswirtschaft weisen in diesem Zusammenhang auf eine notwendige verpflichtende Einhaltung der definierten Kriterien im NaBe-Plan und der entsprechenden Kontrollen hin. “Die tatsächliche Nachweiserbringung ist ein wesentlicher Faktor, ohne welchen ein Einkaufsstandard, wie es der Aktionsplan vorsieht, kaum den erwünschten Erfolg bringen kann.

Ein wesentliches Kriterium ist auch die ‘Verfügbarkeit’ von Produkten, wie Frischfleisch oder Fleisch in Verarbeitungswaren, Frischei und Eiprodukten, Milch und Milcherzeugnissen”, weist Fradler auf das eventuelle „Schlupfloch Verfügbarkeit” hin. Dazu braucht es eine genaue Definition, warum eine Ware tatsächlich nicht verfügbar ist.

Nur eine verpflichtende Einhaltung der Kriterien garantiert eine funktionierende Umsetzung des NaBe-Plans. Die heimischen kleinstrukturierten bäuerlichen Familienbetriebe erzeugen tagtäglich qualitativ hochwertige Lebensmittel für die Gesellschaft unter Einhaltung höchster Tierwohl-, Umwelt- und Produktionsstandards. Die AMA-Gütesiegel und die Qualitätsprogramme für Milch, Fleisch und Eier garantieren lückenlos nachvollziehbare Lebensmittel. Die heimische Ware von unseren Rinder-, Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelbauern ist jederzeit für die Gemeinschaftsverpflegung abruf- und lieferbar.

Verpflichtende Herkunftskennzeichnung geplant

Der NTÖ sieht den NaBe-Plan für die Beschaffung nachhaltiger Produkte und Leistungen bei öffentlichen Einrichtungen des Bundes als wichtigen Schritt in die richtige Richtung, auch im Sinne der Umsetzung des Regierungsprogrammes. Eine verpflichtende Information über die Herkunft von Fleisch, Eiern und Milch nahe des Verabreichungsplatzes ist im Aktionsplan vorgesehen.

Der nächste Schritt zu mehr Transparenz in der Lebensmittelkennzeichnung ist eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung im gesamten Außer-Haus-Verzehr und in der Gastronomie. Dann haben die Konsumentinnen und Konsumenten bei den tierisch verarbeiteten Lebensmitteln die Wahlfreiheit in Form von verpflichtenden Angaben zu Qualität und Herkunft. Lebensmittel, zwar billig, aber über lange Transportwege aus fernen Kontinenten importiert und unter niedrigsten Standards und Arbeitsbedingungen produziert stehen wertvollen regionalen Nahrungsmitteln wie Eiern, Milch, Fleisch und deren Produkten klar und erkennbar gegenüber.

 

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