Christoph Höllerschmid hat die Leitung des erfolgreichen Familienunternehmens Fleischwaren Höllerschmid übernommen. Fleisch & Co hat dem Jungunternehmer eine Cover-Story gewidmet – und trafen Christoph auch gleich zum Kurzinterview.

Fleisch & Co: Fleischkauf ist Vertrauenssache ist Eurer Motto. Fru?her hat der Kunde SEINEM Fleischhauer vertraut. Traurig, dass diese, wie Greißler, bereits fast ausgestorben sind. Wie seht Ihr eigentlich diese Entwicklung?

Christoph Ho?llerschmid: „Ja, das geht mir auch nahe, aber: Man muss sich auch vera?ndern. Eine Mo?glichkeit ist eine Kooperation mit bestimmten Betrieben. Es gilt, neue Gescha?ftsmodelle zu finden. Ich glaub’, es ist auch eine Chance. Noch nie haben so viele Menschen u?ber Essen nachgedacht.“

Fleisch & Co: War es fu?r Sie immer schon klar, in den Familienbetrieb einzusteigen?

Christoph Ho?llerschmid: „Eigentlich schon. Ich hab’ die HTL-Hollabrunn in Lebensmitteltechnik absolviert, dann im Software-Bereich gearbeitet. Seit Anfang 2017 bin ich in unterschiedlichen Positionen im Familienunternehmen ta?tig und fu?hle mich sehr wohl hier (la?chelt). Meine Lebensgefa?hrtin leitet den Online-Shop und den Privatkundenbereich.“

Fleisch & Co: Was genau ist jetzt Ihr Job?

Christoph Ho?llerschmid: „Erst hatte ich die Leitung der Zerlegung inne. Dann die gesamte Betriebsleitung, seit Ende 2019 leite ich das Tagesgescha?ft. Das heißt konkret: Ich bin hauptverantwortlich fu?r Einkauf- und Verkauf. Auch Marketing obliegt mir.“

Fleisch & Co: Wie und warum ist es wichtig bzw. wie kann man Produkte als Marke platzieren, z. B. O?tscherblickschwein oder Steirer-Huhn?

Christoph Ho?llerschmid: „Fu?r Gastronomie und Konsumenten ist das enorm wichtig. Der Gastronom hat da zwei Zuga?nge 1) Qualita?t und 2) wie kann ich auf meiner Karte scho?n die Herkunft ausweisen. Und Privatkunden ko?nnen auf Qualita?t und Sicherheit za?hlen, zu wissen, was man bekommt. Ich glaub’ mit diesen Marken ko?nnen wir unsere Grundsa?tze Ehrlichkeit und Transparenz sehr gut ru?berbringen.“

Fleisch & Co: Herkunftskennzeichnung ist ein Riesenthema in der Gastronomie. Soll das verpflichtend kommen oder reicht ein „Fleisch vom Ho?llerschmid“?

Christoph Ho?llerschmid: „Ich bin ein schwerster Befu?rworter der Herkunftsbezeichnung der Gastronomie. Ich finde es steht jedem Konsumenten zu, zu wissen, was man isst. Man soll das als Chance und Verpflichtung begreifen.“

Fleisch & Co: Und wenn das Kalb aus Holland ist?

Christoph Ho?llerschmid: „Ja, auch wenn das Kalb aus Holland ist. Wir haben damit kein Problem, weil man den Bedarf ja nicht aus heimischen Besta?nden decken kann!“

Fleisch & Co: Die Stimmung hier im Betrieb ist sehr gut. Oder ta?uscht der Schein?

Christoph Ho?llerschmid: „Nein, gar nicht (lacht). Das Klima ist gut. Wir haben uns aber auch intensiv mit dem Thema Personalwesen auseinandergesetzt, das heißt: Was mu?ssen wir tun, um Personal zu kriegen und zu halten? An mehreren Punkten angesetzt. Onboarding-Prozess: Wenn er anfa?ngt, hat er alle Infos, wen er fragen kann usw. Wir haben mal ein Stelle Personalwesen geschaffen, alle Bereichsleiter haben bei uns eine großen eigenverantwortlichen Handlungsspielraum.“

Fleisch & Co: Ihr seid ein innovatives Unternehmen. Was habt Ihr denn noch so vor?

Christoph Ho?llerschmid: „So einiges, aber ich will jetzt nicht alles verraten (la?chelt). Die EDV, die Digitalisierung werde ich vorantreiben. Fix ist derzeit auch ein gro?ßeres Bauprojekt, denn wie Sie sicher gesehen haben, platzen wir hier schon aus allen Na?hten. Die Lager sind voll und auch fu?r unsere Mitarbeiter mo?chten wir mehr Raum schaffen. In groben Zu?gen: Der Logistikbereich mit Anlieferung und Auslieferung soll erweitert werden. Ebenso der Verarbeitungsbereich, das Bu?ro und die Sozialra?ume. Alles Weitere wird nicht verraten.“ (lacht)