Corona

So erlebt das Familienunternehmen Hütthaler die Coronakrise

Im Interview erzählt Florian Hütthaler, wie er und seine Mitarbeiter das Familienunternehmen Hütthaler in Schwanenstadt durch die Krise manövrieren wollen.

Wie erlebt das Unternehmen Hütthaler die derzeitige Situation?

Wie sieht es mit der Lebensmittelproduktion aus?

Florian Hütthaler: „Nach den ersten Hamsterkäufen (letztes Wochenende, 12.-14. März) hat sich die Lage vorerst etwas beruhigt, jedoch rüsten wir uns intern bereits für die kommende Zeit.”

Thema Versorgungssicherheit: Ist die in ihren Augen auch die nächsten Wochen gewährleistet?

Florian Hütthaler: „Nachdem wir die Situation bereits seit einiger Zeit ernsthaft verfolgten, haben wir intern bereits seit über drei Wochen Maßnahmen hinsichtlich Rohstoffaufkommen verstärkt Maßnahmen eingeführt (z.B. Schlachtzahlen vorübergehend erhöht, unsere Lagerkapazität hinsichtlich Rohware, Fertigprodukte und versandfertiger Ware ausgereizt, …) Somit können wir mit heutigem Stand (19. März) sagen, dass wir für die nächste Zeit gerüstet sind.”

Sind ihre Mitarbeiter in Homeoffice?

Florian Hütthaler: „Nur vereinzelt, da es in unserer Branche schwer möglich ist. Unsere Mitarbeiter tragen jedoch mittlerweile auch im Büro Mundschutz, Desinfektionsmittel stehen an beinahe jeder Ecke und der Mindestabstand zum Nächsten wird penibel eingehalten.”

Viele Branchenkollegen suchen dringend helfende Hände. Wie sieht das bei Hütthaler aus?

Florian Hütthaler: „Wir sind sehr dankbar und stolz, dass unsere Mitarbeiter trotz der schwierigen Situation zur Arbeit kommen. Auch jene, die beispielsweise ihre Familien im benachbarten Ausland haben, zeigten Loyalität zum Betrieb und blieben in Schwanenstadt um uns und somit Österreich zu unterstützen. Dennoch fehlen uns bereits einige Hilfs- und Fachkräfte durch Grenzschließungen.

Trotz der hohen Arbeitszeiten nehmen wir zum Schutz des bestehenden Stammpersonals derzeit (Stand 19. März) so lange wie möglich keine neuen Mitarbeiter auf. Wie wir wissen, kann sich diese Situation derzeit schlagartig ändern und deswegen halten wir bereits Bewerbungen in Evidenz.”

Gibt es auch eine Chance durch die derzeitige Krise? Was können/sollen wir von „Corona“ lernen?

Florian Hütthaler: „Ja, absolut. Wir denken, dass gerade in Zeiten wie diesen, regionale Qualitätsprogramme, wie unter anderem unsere Hofkultur, eine zusätzliche Aufwertung gewinnen. Die heimische Landwirtschaft erfährt als wichtigster Lebensmittelgrundversorger gerade eine hochverdiente und wertschätzende Anerkennung.
Aufgrund dessen, dass derzeit international viele Märkte nahezu zum Erliegen kommen, werden künftig die Import-/Export-Geschäfte stark zurückgehen. Dadurch könnten viele neue Märkte auch in unserer heimischen Landwirtschaft entstehen, zum Beispiel liegt der Selbstversorgungsgrad beim Putenfleisch gegenwärtig gerade einmal bei 50 Prozent.”

Ihre persönliche Einschätzung …

Florian Hütthaler: „Die Entwicklung der derzeitigen Lage ist nicht abschätzbar, da sie sich beinahe stündlich ändert. Wir versuchen auf die Situation täglich neu und so gut wie möglich zu reagieren.”

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