Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Es ist eine Tatsache, dass die wirklich großen Probleme in Bru?ssel oft nicht oder nur schwer gelo?st werden. Das Einstimmigkeitsprinzip stellt dabei ha?ufig eine erhebliche Hu?rde dar. Auf der anderen Seite werden manche Entscheidungen sehr schnell getroffen, die jedoch unserer Branche oft das Leben schwer machen ko?nnen.

Als Bundesinnung setzen wir uns daher intensiv dafu?r ein, uns im internationalen Metzgerverband zu engagieren, um bereits im Vorfeld einige Verordnungen in die richtigen Bahnen lenken zu ko?nnen. Durch umfangreiche Lobbyarbeit und Aufkla?rung ist es uns in der Vergangenheit immer wieder gelungen, viele Dinge abzuwenden oder zumindest zu entscha?rfen.

Selbstversta?ndlich engagieren wir uns auch auf nationaler Ebene und machen die Politik auf die Herausforderungen unserer Branche aufmerksam. Zudem versuchen wir, Gesetze und Verordnungen so zu mitzugestalten, dass wir alle besser damit umgehen ko?nnen.

In Zeiten zunehmender Schwierigkeiten ist eine schlagkra?ftige Wirtschaftskammer umso wichtiger. Die fo?deralistische Struktur der Wirtschaftskammer erfordert jedoch eine gemeinsame Vertretung der Interessen unserer Mitglieder durch unsere neun Landesinnungen gegenu?ber Gesetzgebern, Beho?rden, den Sozialpartnern, und anderen Institutionen. Die Bundesinnung bildet dabei lediglich das Dach der Landesinnungen und ist somit von der guten Arbeit auf Landesebene abha?ngig.

Daher mo?chte ich meine Kolleginnen und Kollegen bitten: Wir mu?ssen die aktuellen Herausforderungen gemeinsam bewa?ltigen und in die Zukunft gehen. Insbesondere sehe ich den Facharbeitermangel und die Lehrlingsausbildung als die beiden wichtigsten Themen – die Hand in Hand gehen sollten.

Bei der Lehrlingsausbildung sind insbesondere die La?nder und Landesinnungen gefordert. Es muss intensiv darauf geachtet werden, die Voraussetzungen fu?r den Nachwuchs zu schaffen oder weiter auszubauen. Lehrlingswettbewerbe wie Juniorskills sind von enormer Bedeutung und sollten in jedem Bundesland stattfinden.

Es ist wichtig, die Betriebe dazu zu motivieren, ihren Nachwuchs zu diesen Wettbewerben zu schicken und zu fo?rdern. All dies sollte auch im Hinblick auf die Teilnahme an AustriaSkills, EuroSkills oder in Zukunft sogar an den WorldSkills geschehen. Wir mu?ssen unsere Jugend fo?rdern und ihnen all diese verfu?gbaren Mo?glichkeiten bieten, denn: Die Lehrlinge sind unsere Fachkra?fte von morgen, sie verdienen diese Bu?hne und ko?nnen mit ih- ren Leistungen unser Handwerk ins Rampenlicht ru?cken.

Lasst uns gemeinsam unsere Branche unterstu?tzen und voranbringen. Unser Handwerk ist ein großartiges Kulturgut, die o?sterreichischen Fleischereibetriebe geho?ren zu den besten der Welt – sie verdienen unseren vollen Einsatz. Mehr als das!

Mit kollegialen Gru?ßen,

Raimund Plautz
Bundesinnungsmeister der Fleischer