Am Wort!

Matthias Mayr

Ein offener Brief an Florian Klenk

Lieber Florian Klenk!

Sie gelten als Meister Ihres Fachs und sind aktuell an digitaler Präsenz und Reichweite kaum zu überbieten. Eine Fülle an digitaler Macht, die sie auch verstehen zu nutzen. Ihre Themen sind unglaublich vielseitig – von politischen Fehltritten und Fehlleitungen, über die bemerkenswerte Rettungsaktion vom Bergerhof oder auch bei #covid19 gehören Ihnen die Ohren, Augen und oft auch das Gehirn vieler Bürger*innen.

Sehr spannend war zu sehen, wie sie die Geschichte vom VGT weitergesponnen und eine Eskalation verursacht haben. Innerhalb weniger Stunden ist mit dem Posting „Eine Mülltonne voller Leid“ eine Welle über uns alle hereingebrochen. Alle Lager mussten schnell Stellung nehmen und haben es auch gemacht. Manchmal in guter Manier und manchmal wurden auch Grenzen unterschritten … der Fluch der sozialen Medien, die sich oft schnell ins „Unsoziale“ wandeln.

Für große Themen, braucht es große Aufmerksamkeit! Mehr als 24 Stunden hat sich die Diskussion, die zu großen Teilen diese Benennung nicht verdient, hochgeschaukelt und dann kam der erlösende Moment: Das Foto mit Ferkel im Arm und hygienisch bestens ausgestattet in besagtem Zuchtbetrieb. „Wurden wir von Herrn Klenk getäuscht?“, war nur eine Reaktion und wird wohl auch nicht die letzte bleiben.

Sie sorgten in vielen Lagern für Aufregung, zu Recht! Sie nahmen die Lupe in die Hand und führten auf den Brennpunkt Schweinezuchtbetrieb, zu Recht! Sie bringen mit Ihrem bestens recherchierten Artikel eine Momentaufnahme in einem Betrieb. Aber was bleibt der großen Masse an „Runterscrollern“, „Medienverweigern“, „Schnelllesern“? Es bleibt „Eine Mülltonne voller Leid“.

Lieber Herr Klenk, es besteht die Gefahr, dass die Aufmachung viele erreicht und die Geschichte nur wenige streift. In Ihrem Fall sehe ich leider genau solch einen Umstand bestätigt und deshalb ist es aus meiner Sicht wichtig, auch das Ergebnis gleich zu präsentieren, wie den „Aufmacher“.

Ihre Geschichte mit der Landwirtschaft ist hoffentlich mit dieser Reportage nicht zu Ende und deshalb bitte ich Sie zu einem Gespräch über Ihr Praktikum bei Christian Bachler, Ihren Besuch des Schweine- zuchtbetriebs und was Sie aus den 24 Stunden „Eine Mülltonne voller Leid“ mitgenommen haben.

Beste Grüße, Matthias Mayr, #ehemann #papa #bauer

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