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Schirnhofer gerettet

Aufatmen beim steirischen Fleisch- und Wursthersteller Schirnhofer GesmbH und in der gesamten Region: Die Sanierung ist geglückt, so die Kreditschützer AKV, Creditreform und KSV am Donnerstag. Rund 200 Jobs und jene von 30 Leiharbeitern in der nicht mit großen Firmen gesegneten oberen Oststeiermark sind sicher. Man hofft, die Verbindlichkeiten noch reduzieren zu können, ein Investor wird gesucht.

Ein oder mehrere Investoren sollen eine langfristige Sanierung des Fleischwarenherstellers unterstützen. In einigen Aspekten der Insolvenz gab es Verbesserungen: Die Quote für die rund 280 Gläubiger wurde von 20 auf 30 Prozent verbessert. “Eine deutliche Mehrheit der Gläubiger hat dem Sanierungsplan zugestimmt”, so Franz Blantz vom AKV zur APA. Zwar können nicht alle der vorher 270 Arbeitnehmer ihren Job behalten, aber immerhin rund 200 Beschäftigte und 30 Leiharbeiter werden weiter ihrer Arbeit in dem oststeirischen Leitbetrieb nachgehen.

Erst am Mittwoch hatte es durch die Bekanntgabe der Insolvenz des Garnherstellers Borckenstein mit rund 290 Beschäftigten inklusive Leiharbeitern schlechte Nachrichten für den regionalen Arbeitsmarkt gegeben. Allerdings: Eine gerichtliche Bestätigung der Annahme des Sanierungsplans wird es erst nach dem Erlag einer 10-prozentigen Teilbarquote geben, also binnen 14 Tagen nach rechtskräftiger Bestätigung des Sanierungsplans durch die Masseverwalterin und längstens bis 31. März.

Die Tagsatzung selbst dauert nicht lange, was auf fruchtbare Gespräche im Vorfeld hinweist. Nun werden weitere Verhandlungen über eine möglichen Beteiligung durch Dritte bzw. Hinzunahme potenzieller Investoren geführt. Auch für die oststeirischen Almo-Bauern – die die Schlachtrinder vor allem aus der Region Almenland liefern – dürfte das Auskommen gesichert sein.

Das Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung über die Schirmhofer GesmbH war am 1. Dezember 2015 am Handelsgericht Graz eröffnet worden, nachdem einen Tag zuvor über die Handelskette Zielpunkt – ein Hauptabnehmer von Schirnhofer-Produkten – ein Insolvenzverfahren eröffnet worden war. Damit war klar, dass ein Drittel des Umsatzes bei Schirnhofer wegfallen werde. Der Betrieb konnte bei Schirnhofer jedoch aufrechterhalten werden, da vier Banken Fortführungskredite von rund 1,4 Mio. Euro ermöglichten.

Für die Finanzierung der ersten Teilbarquote wird es laut AKV u.a. notwendig sein, dass die restlichen Kaufpreise aus dem Verkauf zweier verbundener Unternehmungen (Aibler in Oberwaltersdorf, NÖ und Blasko Convinience-Fertiggerichte GmbH in Bruck/Mur) kurzfristig lukriert werden können. Ebenso laufen Verhandlungen, Zahlungen vorweg auf die Verrechnungsforderung gegenüber der nur zehn Tage nach der Tochter insolvent gewordenen Schirnhofer Familienunternehmen Holding GmbH, zu erhalten. Die Verbindlichkeiten der Schirnhofer GesmbH betragen 26 Mio. Euro, wovon allerdings noch nicht alles als Forderung anerkannt wurde.

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