Godo Ro?ben bringt langja?hrige Erfahrung im New Food Business mit. Seit vielen Jahren leitet er Projekte im Bereich der alternativen Proteine und hat die Branche mit seiner Arbeit maßgeblich mitgepra?gt. So war er 25 Jahre Gescha?ftsfu?hrer bei der Ru?genwalder Mu?hle und dort die treibende Kraft beim Aufstieg der Plant-Based-Sortimente. Seit Februar 2021 ist Ro?ben als selbststa?ndiger Berater, Aufsichtsrat, Beirat und Investor fu?r Branchengro?ßen und Start-ups ta?tig – und seit November 2021 mit Bernd Eßer auch Vorstandsmitglied des Bundesverbands fu?r Alternative Proteinquellen. Im Zuge der IFFA stellte er sich einem kurzen Interview.

Godo Ro?ben bringt langja?hrige Erfahrung im New Food Business mit. © Beigestellt

Fleisch & Co: Der Bundesverband fu?r Alternative Proteine wurde 2019 gegru?ndet. Wie ist die Resonanz in der Zwischenzeit und welche Ziele verfolgt Ihr Verband?

 

Godo Ro?ben: „Das Ziel, verschiedene Akteure, die sich der Fo?rderung alternativer Proteinquellen verschrieben haben, zusammenzubringen und einen aktiven Austausch unter ihnen zu ermo?glichen. Hierbei soll Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verbrauchern frei von Ideologisierung die Chance gegeben werden, gemeinsam an einer nachhaltigen Agrar- und Erna?hrungswende zu arbeiten. Unter unseren die u?ber 100 BALPro-Mitgliedern finden sich deshalb – neben veganen Start-ups und Organisationen – auch Produzenten von insektenbasierter Nahrung sowie auch Vertreter der konventionellen Fleischindustrie, die stetig daran arbeiten, allerlei Alternativprodukte in ihr Sortiment zu integrieren.“

Fleisch & Co: Wie wird sich der Markt weltweit Ihrer Meinung nach in den na?chsten Jahren entwickeln?

Godo Ro?ben: „Etwa 480 Millionen Euro werden laut Marktprognosen des „Statista Consumer Market Outlook” voraussichtlich 2022 allein in Deutschland fu?r Fleischersatzprodukte ausgegeben werden. 2021 waren es rund 414 Millionen, was eine Verdoppelung im Vergleich zu 2019 darstellt. Und u?ber die na?chsten fu?nf bis zehn Jahre ist weiterhin mit Wachstumsraten von 15, 20 oder sogar 25 Prozent zu rechnen.“

Fleisch & Co: Fleischersatz aus Pflanzen ist heute in jedem Supermarkt im Regal. Wie scha?tzen Sie die Entwicklung von Insektenproteinen oder kultiviertem Fleisch ein? Wann erwarten Sie hier den Durchbruch?

Godo Ro?ben: „Neben pflanzlichen Alternativen haben auch Insektenproteine das Potenzial, einen Beitrag zur Proteinversorgung der Zukunft zu leisten. Unsere BALPro-Arbeitsgruppe ,Speiseinsekten Deutschland‘ setzt sich fu?r die politische Gleichstellung insektenbasierter Lebensmittel mit anderen hochwertigen Produkten ein, um die Lebensmittelinnovation in Europa mit einer organisierten und zielgerichteten Stimme voranzubringen. Ein erster Schritt in die Richtung der Gleichstellung wurde am 3. Mai 2021 getan, als Mehlwu?rmer als erstes Insekt u?berhaupt in der Europa?ischen Union die Zulassung als neuartiges Lebensmittel erhalten haben.“

Fleisch & Co: Der Verbraucher wu?nscht sich ein Produkt, das fleischa?hnlich ist in Geschmack, Biss und Mundgefu?hl. Welche Rolle werden hier neue Technologien wie 3-D-Druck spielen?

Godo Ro?ben: „Unternehmen wie das israelische Start- up Redefine Meat oder das spanische Start- up NovaMeat bringen derzeit den Markt der pflanzlichen Fleischalternativen, die aus dem 3-D-Drucker stammen, voran. Hierbei kommen die neuen Produkte in Geschmack und Textur echtem Fleisch sehr nahe, belasten die Umwelt weniger stark und sind frei von Cholesterin. Wir sind bezu?glich ihrer zuku?nftigen Rolle daher optimistisch.“

Fleisch & Co: Alternative Proteine und ihre Verarbeitungstechnologien sind schon seit ein paar Jahren Thema auf der IFFA. Offiziell aber erst seit 2021 Teil der Marke und als Produktgruppe verankert. Ein richtiger Weg?

Godo Ro?ben: „Auf alle Fa?lle. Insbesondere deswegen, weil fu?r tierische Produkte, kultiviertes Fleisch und Fleischalternativen weitgehend dieselben Verarbeitungstechnologien in Bezug auf Produktion und Verpackung eingesetzt werden. Wir haben uns auf die IFFA-Teilnahme gefreut. Als internationaler B2B-Treffpunkt fu?r die Fleischwirtschaft und fu?r die Alternative Proteinindustrie hat die Messe das Potenzial, vielfa?ltige, internationale Innovatoren des alternativen Proteinsektors zusammenzubringen und unter ihnen einen produktiven Austausch zu fo?rdern.“