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Methan, Tierbestände und Klimawandel – historische Analyse liefert neue Gesprächsgrundlage

Angesichts der aktuellen Klimadiskussion nimmt Fleisch & Co eine bereits 2024 veröffentlichte Analyse zur Entwicklung von Tierbeständen, Leistungen und Methan erneut auf. Der historische Blick liefert wichtige Grundlagen, um biogene Methanströme und ihre Bedeutung für Landwirtschaft und Klimawirkung sachlich einzuordnen.

Angesichts der aktuellen Klimadiskussion nimmt Fleisch & Co eine bereits 2024 veröffentlichte Analyse zur Entwicklung von Tierbeständen, Leistungen und Methan erneut auf. Der historische Blick liefert wichtige Grundlagen, um biogene Methanströme und ihre Bedeutung für Landwirtschaft und Klimawirkung sachlich einzuordnen.
Die Studie beweist: auf Europa bezogen ist nicht gerechtfertigt, die Rinder als Klimakiller zu bezeichnen. © Michael Starkie / Unsplash

Methan, Tierbestände und Klimawandel – historische Analyse liefert neue Gesprächsgrundlage

Die Klimadebatte rund um tierische Produktion ist vielschichtig und komplex. Die Analyse von Dr. Eberhard Schulze, publiziert in der Leipziger Ökonomischen Societät, betrachtet langfristige Entwicklungen von Tierbeständen, Tierleistungen und Methanemissionen seit 1800 und bringt historische Perspektiven in die aktuelle Diskussion ein. Die dargestellten Daten beziehen sich auf Deutschland, sind aber in ihren Grundmechanismen auch für andere Länder mit vergleichbaren Strukturen – darunter Österreich – relevant.

Tierbestände und Leistungen: Deutliche Verschiebungen seit 1800

Die deutsche Bevölkerung stieg seit 1800 von 21,6 auf rund 80 Millionen Menschen. Die Tierbestände veränderten sich im Laufe der Jahrzehnte mehrfach: Bereits 1913 lagen sie deutlich höher als heute. Seit den 1990er-Jahren gingen die Bestände spürbar zurück, während die Leistungen je Tier stark zunahmen – etwa die Milchleistung, die sich seit 1800 nahezu verzehnfacht hat.

Diese Effizienzsteigerungen führen dazu, dass pro Produkteinheit weniger Tiere erforderlich sind, was sich wiederum auf die Methanmengen aus Verdauungsprozessen auswirkt.

Methan im landwirtschaftlichen Kohlenstoffkreislauf

Die Studie betont den biogenen Kreislauf zwischen Atmosphäre, Pflanze und Tier: Methan aus Verdauungsprozessen zerfällt innerhalb von etwa zwölf Jahren wieder zu Wasser und CO₂, das erneut von Pflanzen aufgenommen wird.Schulze zufolge beeinflussten steigende Tierzahlen mit geringen Leistungszuwächsen die Methanmenge bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein spürbar. Seit den 1990er-Jahren sei aufgrund sinkender Bestände und hoher Leistungssteigerungen ein Rückgang der Emissionen zu beobachten.

Historische Betrachtung – aktuelle Relevanz

Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass der Beitrag der deutschen Tierhaltung zum heutigen Methananstieg geringer ausfalle, als es in verkürzten Darstellungen manchmal erscheint. Gleichzeitig verweist die Arbeit darauf, dass global zunehmende Tierzahlen – bei nur moderaten Leistungsfortschritten – durchaus zu einem klimarelevanten Methananstieg beitragen können.

Fleisch & Co präsentiert diese Ergebnisse nicht als Bewertung, sondern als Ergänzung zur aktuellen Fachdiskussion — insbesondere deshalb, weil der historische Blick und der biogene Kohlenstoffkreislauf in politischen Debatten oft nur am Rande berücksichtigt werden.

Technische Ansätze zur Methanreduktion

Die Studie verweist auch auf laufende Forschung und verfügbare Lösungen: Der Zusatzstoff Bovaer kann Methanemissionen um bis zu 30 Prozent reduzieren und wird bereits in der Schweiz und in Frankreich eingesetzt. Ernährungsstrategien bieten weitere Potenziale.

Für eine sachliche Diskussion über Klimawirkungen der Tierhaltung bleibt es wichtig, historische Entwicklungen, Leistungsdaten und biogene Kreisläufe mitzudenken. Die Studie von 2024 bietet dazu eine fundierte Basis – und wird von Fleisch & Co als Gesprächsgrundlage erneut vorgestellt, nicht als Schlussfolgerung.