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SPÖ-Sidl: EU muss bei Tierwohl nachbessern

Noch kein einheitliches Schutzniveau von Tieren in der Lebensmittelerzeugung - SPÖ-EU-Abgeordneter fordert klare Vorgaben und mehr Unterstützung für nachhaltige Landwirtschaft

 Einige EU-Rechtsvorschriften waren zu schwammig -die Vorgaben für die Kontrolle zu ungenau. Der Bericht über die Umsetzung des EU-Rechts zum Schutz von Tieren in der Lebensmittelerzeugung zeigt für den niederösterreichischen SPÖ-EU-Abgeordneten Günther Sidl nur eines ganz klar: „Die EU hat beim Thema Tierwohl noch viel zu tun.“

Der Bericht zeigt für Sidl weiteren Handlungsbedarf – insbesondere bei Masthühnern und Co. „Es kann nicht sein, dass heute noch darüber diskutiert wird, ab wann ein Käfig als Käfig gilt. Die Menschen haben ein Anrecht auf gesunde Lebensmittel, die nach vernünftigen Standards produziert werden – und für die braucht es klare Vorgaben und einheitliche Kontrollen!“

Mit der kürzlich erfolgten Abstimmung über den Bericht im EU-Parlament, wäre laut Sidl ein großer Sprung nach vorne möglich gewesen – viele Anträge zum besseren Schutz des Tierwohls fanden allerdings keine Mehrheit: „Wir haben ein Ende der Praxis der Tötung männlicher Küken und ein klares Verbot Gänse und Enten zu stopfen gefordert. Damit muss endlich Schluss sein und dafür werden wir uns weiter einsetzen.“

Weiterer Schritt zu mehr nachhaltiger Landwirtschaft

Trotz dieser fehlenden Verbesserungen, sollen die europäischen Tierschutzvorschriften insgesamt weiter vereinheitlicht und leichter durchsetzbar werden. Zudem sollen neue Rechtsvorschriften in Zukunft auch die Ziele des `Green Deal` und der `Farm to Fork`-Strategie unterstützen.

„Das ist der springende Punkt in diesem Bericht. Auch wenn wir noch nicht alle Forderungen durchgebracht haben ist das ein weiterer Schritt zu mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft. Das Parlament hat die Richtung aufgezeigt – jetzt ist die Kommission am Zug“, erklärt Sidl, der sich für eine bessere Unterstützung regionaler Lebensmittelproduzenten einsetzt.

Dazu soll auch eine einheitliche Tierwohlkennzeichnung beitragen, die für mehr Transparenz bei den Verbrauchern sorgen soll. „Ein verbindliches Kennzeichnungssystem wäre natürlich besser gewesen, aber auch mit einer freiwilligen Kennzeichnung können unsere niederösterreichischen Bäuerinnen und Bauern, die schon jetzt Spitzenqualität – unter besten Bedingungen für die Tiere -produzieren, die Besonderheit ihrer Produkte noch leichter herausstellen“, so Sidl, der sich weiter für ein verpflichtendes Kennzeichnungssystem einsetzen will.

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