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Genomische Zuchtwerte gegen Ebergeruch

Eine neue, kostengünstige Technologie ermöglicht es, Besamungseber mit einer niedrigen Veranlagung für von geruchsauffälligen, männlichen Nachkommen vorab zu identifizieren

In absehbarer Zeit wird die Ferkelkastration ohne schmerzausschaltende Behandlung verboten sein. Die Ebermast wird deshalb immer bedeutender. Doch bekannt ist auch, dass der ein oder andere Eber gerne auch mal unangenehm riecht – und das stößt bei Verbrauchern auf wenig Gegenliebe. Die drei maßgeblich für diesen spezifischen Ebergeruch verantwortlichen Substanzen Androstenon, Skatol und Indol können nun anhand einer genomischen Schätzformel identifiziert werden.

Damit ist eine kostengünstige und schnelle Alternative zur bisher üblichen teuren und zeitaufwändigen Messung dieser Substanzen entstanden. Das Projekt „Geruchsoptimierung durch genomische Selektion (GOGS)“ der bayerischen Schweinezucht unter Beteiligung der Experten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, leistet somit einen unter Umständen wichtigen Beitrag zu den sich verändernden Bedingungen in der Schweinezucht sowie zum Tierwohl.

Veranlagung langfristig mindern
Mit der neu entwickelten Technologie ist es möglich, Besamungseber mit einer niedrigen Veranlagung für geruchsauffällige Nachkommen durch eine genetische Untersuchung zu erkennen. Gleichzeitig ermöglicht sie es auf diese Weise, die Veranlagung für den unangenehmen Ebergeruch langfristig züchterisch zu vermindern.

Hohe Kosten für die Bestimmung der geruchswirksamen Substanzen fallen nicht mehr an. Die Genauigkeit der genomischen Zuchtwerte für Androstenon, Skatol und Indol bewegt sich zwischen 50 und 54 Prozent. Das Projekt wurde von den bayerischen Besamungsorganisationen, der Erzeugergemeinschaft und Züchtervereinigung für Zucht- und Hybridzuchtschweine w.V., dem Tierzuchtforschung Grub e.V. sowie dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt.

(Red./LfL)

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