Die Branche ist von stetigem Arbeitskra?ftemangel und explodierenden Energiekosten gebeutelt. Dennoch ist Zusperren keine Option. Im Kontext dieser Herausforderungen gilt es, zukunftsorientierte Lo?sungen fu?r den Betrieb der La?den zu entwickeln.
Fu?r das fleischverarbeitende Handwerk, aber auch fu?r die Ladenbauer. Denn kluger Ladenbau kann Betriebe dabei unterstu?tzen, die gegenwa?rtigen Herausforderungen besser zu meistern.
Fleisch & Co hat daru?ber mit Ernst Sommerauer, Vertriebsleiter von Aichinger in O?sterreich, gesprochen.

Im Interview: Ernst Sommerauer, Vertriebsleiter von Aichinger O?sterreich.© Beigestellt
Fleisch & Co: Die vergangenen zwei Jahre waren von Lieferengpa?ssen, knappen und teuren Rohstoffen gepra?gt. Wie stellt sich die Situation gegenwa?rtig dar?
Ernst Sommerauer: Durch unsere Gro?ße und den vorausschauenden Einkauf haben wir vieles fu?r unsere Kunden abpuffern ko?nnen. Ladenbau ist hochkomplex und wir verwenden gegenwa?rtig viel Energie und Zeit darauf, trotz widriger Umsta?nde in der vereinbarten Zeit zum vereinbarten Preis zu liefern.
Fleisch & Co: Arbeitskra?ftemangel und explodierende Energiekosten stehen im Fokus der Branche. Wie wirkt sich das auf den Ladenbau aus?
Ernst Sommerauer: Noch mehr als zuvor sind eine belastbare Standortanalyse und Kostenbetrachtung vor der Investitionsentscheidung notwendig. Die Zeichen stehen nicht auf Erweiterung von Standorten und Expansion, sondern auf Optimierung der bestehenden Filialstruktur. Hierbei ist unsere Expertise bei der Beratung gefragt.
Fleisch & Co: Die Fla?chen der Filialen sind immer gro?ßer, die Wege fu?r die Mitarbeitenden immer la?nger geworden. Ist hier ein Umdenken notwendig?
Ernst Sommerauer: Viele Standorte sind in Erwartung eines umsatz- und ertragreichen To-go- und Gastronomiegescha?fts geplant und gebaut worden. Wir haben allerdings bereits in der Zeit vor der Pandemie darauf geachtet, dass der Vorbereitungs- in den Thekenbereich integriert wird und damit der Standort in frequenzschwachen Zeiten von weniger Mitarbeitenden betrieben werden kann. Dazu bieten wir mit unserer Theke Gourmet und der Platte 64 eine Lo?sung an, um warme Speisen optimal und energieeffizient zu pra?sentieren, diese vor dem Gast auszugeben oder fu?r die Bedienung bereitzustellen.
Fleisch & Co: Neben dem Arbeitskra?ftemangel ist der energieeffiziente Betrieb des Ladens in den Blickpunkt geru?ckt. Auch bei Aichinger?
Ernst Sommerauer: Aichinger misst nicht erst seit der seit 1. Ma?rz 2021 geltenden neuen Richtlinie zum O?kodesign (EU) 2019/2024 und der Energieverbrauchskennzeichnung (EU) 2019/2018 den tatsa?chlichen Energieverbrauch, sondern bereits seit 2010 unter Echtbedingungen im zertifizierten Pru?flabor AiMA. Zudem ist seit 2013 der Energieverbrauch der meistverkauften Ku?hltheke Sirius®3 in Echtzeit und online sichtbar. Seit 1. Ma?rz 2021 sind nun alle Hersteller verpflichtet, diese Daten in der EU-Produktdatenbank EPREL (European Product Registry for Energy Labeling) zu vero?ffentlichen.

So sieht das Shop-iQ Modul Control Fleisch aus. © Beigestellt
Fleisch & Co: Stichwort: Energiesparen! Die Energiekosten belasten viele Betriebe. Welches Einsparpotenzial bietet dazu die Bedientheke?
Ernst Sommerauer: Der Energieverbrauch von Ku?hltheken ist von vielen Faktoren abha?ngig. Aichinger bietet Theken, die exakt justierbar und mit einer sehr geringen Verdampfungstemperatur (t0) zu betreiben sind. Der Bestseller Sirius®3 ist fu?r Fleischprodukte mit einer Verdampfungstemperatur von maximal t0 = -6 °C zu betreiben. Jedes Kelvin eingesparte Verdampfungstemperatur der Ka?lteanlage spart etwa drei Prozent Energiekosten. Um das Potenzial zu nutzen, ist eine regelma?ßige Reinigung und Wartung der Theke und der technischen Komponenten zu empfehlen. Im Betrieb empfehlen wir eine regelma?ßige Temperaturkontrolle in der Theke, um Abweichungen von der Idealtemperatur sofort zu erkennen. Unser Digitalspezialist Shop-IQ hat dazu das Modul Control entwickelt. Fu?r die webbasierte Lo?sung ist keine Kabelinstallation notwendig, die Daten werden sta?ndig erfasst, per Funk u?bertragen, ausgewertet und in Echtzeit dokumentiert, zudem wird automatisch wo?chentlich ein HACCP-Protokoll erstellt – ganz ohne Papier.

Das richtige Licht ist die vierte Dimension im Ladenbau. © Michaela Begsteiger
Fleisch & Co: Ist eine reduzierte Beleuchtung eine Option, um Energie zu sparen?
Ernst Sommerauer: Nein, Licht ist die vierte Dimension im Ladenbau. Die optimal ausgeleuchtete Bedientheke und bestens ins Licht gesetzte Regale steigern den Umsatz. Ein stimmungsvoller, mit hochwertigen Leuchten ausgestatteter Verweilbereich erho?ht die Aufenthaltsqualita?t und damit den Umsatz. Der Einbau oder die Umru?stung mit energiesparenden LED-Leuchtmitteln spart Geld, zudem la?sst sich die Lichtintensita?t außerhalb der O?ffnungszeiten energiesparend optimieren. Mit dem Modul Energy unseres Digitalisierungsspezialisten Shop-IQ lassen sich exakt die Energieverbraucher im Laden messen. Ein gestaffeltes Einschalten kann bereits die Spitzenlast reduzieren.
Autor: Volker Simon