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Oberösterreich zeigt geballte Kreislaufwirtschafts-Kompetenz

6 neue Forschungsprojekte treiben Wiederverwertung verschiedenster Materialien voran. Als Ergebnis der Förderausschreibung „Kreislaufwirtschaft“ wird das Wirtschafts- und Forschungsressort des Landes OÖ sechs Projekte aus dem Bereich Kreislaufwirtschaft fördern.

Im Rahmen der im November 2020 gestarteten Ausschreibung wurden Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit besonders hohem Innovationsgehalt gezielt angesprochen, insbesondere F&E-Projekte mit erhöhtem Entwicklungsrisiko, die durch planmäßiges Forschen oder kritisches Erforschen zur Gewinnung neuer Erkenntnisse und Fertigkeiten beitragen und letztlich zu neuen nachhaltigen Prozessen und Produkten führen.

63 Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben bei dem Förderausschreibung mitgemacht und damit die hohe Kompetenz Oberösterreich auf dem Gebiet der Kreislaufwirtschaft gezeigt. Eine international besetzte Jury hat die sechs erfolgversprechendsten Vorhaben ausgewählt, die nun mit insgesamt 3,35 Mio. Euro vom Land OÖ gefördert werden:

Die sechs Siegerprojekte

  • Wiederverwertung von Kunststoff-Mehrschichtfolien und verunreinigten Metallabfällen – Projekt „KryoReIF“
  • Wiederverwertung von Schaumstoffabfällen – Projekt „HTC-PUR-Extrusion“
  • Textil-Mischfasern recyclingfähig machen – Projekt „EnzATex“
  • Noch mehr Folienabfälle für Recyclingunternehmen verwertbar machen – Projekt „FolienKreislauf2030“
  • Lebensmittelverpackungen zu 100 Prozent aus Recyclingmaterial herstellen – Projekt „GPOIL“
  • Wiederverwertung von Reststoffen aus der Edelpilz-Produktion – Projekt „MycoCycle“

Konkret werden diese sechs final ausgewählten Projekte insgesamt 3,35 Mio. Euro an Förderungen vom Wirtschafts- und Forschungsressort des Landes OÖ erhalten. Die gesamte Investitionssumme beträgt 4,52 Mio. Euro“, so Landesrat Achleitner. Insgesamt sind an den ausgewählten Projekten 14 Unternehmen, darunter die EREMA Group, die Energie AG und Greiner Packaging, 9 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie die Johannes Kepler Universität Linz beteiligt.

Bereits  2023 werden erste Ergebnisse erwartet.

Oberösterreich soll bei Kreislaufwirtschaft zum Zugpferd werden

Rohstoffe effizient nutzen, die Umwelt schützen und die Produktivität erhöhen – Kreislaufwirtschaft ist Motor für Innovationen und für eine nachhaltige Wirtschaft. In kaum einer anderen Region sind die Voraussetzungen für nachhaltige Industrie und Produktion so gut wie in Oberösterreich.

„Für den Standort Oberösterreich erzielen wir damit einen doppelten Nutzen: Kreislaufwirtschaft ist Motor für Innovationen und für nachhaltiges Wirtschaften und stärkt so die Wettbewerbsfähigkeit. Zusätzlich wird ein Beitrag zur Erfüllung der Klima- und Umweltziele geleistet“, so Landesrat Achleitner.

Durch die umfassenden, kooperativen Forschungsarbeiten in den europaweit einzigartigen Forschungsanlagen der LIT Factory können die nächsten großen Schritte für die Umstellung zu einer nachhaltigen Prozessindustrie gesetzt werden. (© Land OÖ/Lisa Schaffner)

Der Kunststoffstandort OÖ im Überblick:

  • 220 Unternehmen im Kunststoff-Bereich mit mehr als 38.000 Mitarbeiter/innen
  • 11,5 Mrd. Euro Umsatz (50 % des österreichweiten Umsatzes der Kunststoffbranche.
  • OÖ zeichnet auf Basis der Anteile am gesamteuropäischen Umsatz (360 Mrd.Euro) mit 0,6 % an der europäischen Kunststoffgüterproduktion verantwortlich(ca. 2,15 Mrd. Euro bzw. 307.000 t)
  • Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten an der JKU Linz und FH Wels
  • Forschungseinrichtungen wie K1 Kompetenzzentrum CHASE, Transfercenterfür Kunststofftechnik und LIT Factory

Kooperation fördert Innovation

„Das 21. Jahrhundert stellt die Menschheit vor enorme Herausforderungen. Klimakrise, Umweltverschmutzung, die Zerstörung von Ökosystemen sowie die zunehmende Verknappung von Ressourcen zeigen die Grenzen linearen Wirtschaftens auf und machen ein Umdenken notwendig. Hier setzt das Konzept der Kreislaufwirtschaft an. Prominent ist die Kreislaufwirtschaft im europäischen Green Deal als ein wesentlicher Hebel adressiert und in der österreichischen Umweltpolitik verankert. Bezugnehmend auf das Regierungsprogramm 2020-2024 wird derzeit auch eine österreichische Strategie zur Implementierung der Kreislaufwirtschaft erarbeitet. Forschung und Entwicklung werden hierbei ein wichtiges Fundament sein. Oberösterreich ist einen Schritt voraus und übernimmt dabei eine Vorreiterrolle“, erklärt Dr. Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der Österreichischen Forschungsgesellschaft FFG.

OÖ Vorreiter in der Umsetzung von kooperativen F&E-Maßnahmen

Das Konzept, in dem sich Oberösterreich „fit for sustainable solutions“ macht, sieht vor, den Innovationsvorsprung der lokalen Unternehmen in der Entwicklung nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen durch eine effiziente Industrie weiter auszubauen.

Kooperation ist dazu das Mittel zum Zweck – die Bündelung von Kompetenzen und Kapazitäten im Themenfeld Kreislaufwirtschaft ist das Ziel. In allen Projekten ist daher zumindest ein Unternehmen als auch eine Forschungseinrichtung oder Universität beteiligt. Diese Zusammenarbeit soll einen wertvollen Austausch und Aufbau von Wissen fördern. Sie ermöglicht aber auch die Ausbildung vieler junger Menschen in diesem wichtigen Zukunftsthema. Die FFG fördert diese Vernetzung und Kooperation, um damit Innovationen zu beschleunigen

Deswegen sind sowohl neue als auch die Ausweitung gut etablierter Kooperationsbeziehungen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft so wichtig. „Die FFG unterstützt die regionale Standortentwicklung in Oberösterreich und ist überzeugt, dass mit dem Schwerpunkt Kreislaufwirtschaft dem Ziel der Wiederverwendung von wertvollen Rohstoffen im Sinne eines ganzheitlichen Produktlebenszyklus deutlich nähergekommen wird“, betont FFG-Geschäftsführerin Egerth.

 

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