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BIO AUSTRIA im Parlament: Agrarumweltprogramm muss Weiterentwicklung von Bio ermöglichen

Nach der Einigung auf den europäischen Rechtsrahmen sind nun die Mitgliedstaaten am Zug, die Gemeinsame Agrarpolitik umzusetzen. Geht es nach den aktuellen Plänen des Landwirtschaftsministeriums, ist die Bio-Maßnahme in Österreich damit Geschichte. Im neuen Programm soll es nur mehr einen Bio-Zuschlag im Rahmen der UBB geben. Ein ÖPUL ohne adäquate Berücksichtigung der Interessen eines Viertels der landwirtschaftlichen Betriebe sei für sie unvorstellbar, betont BIO AUSTRIA Obfrau Grabmann. Der Verband werde sich mit allen Mitteln gegen Benachteiligungen zur Wehr setzen.

Die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) ist das mit Abstand wichtigste politische Instrumente, um Bäuerinnen und Bauern zu unterstützen und die Landwirtschaft- und Lebensmittelversorgung der Zukunft zu gestalten. Es braucht daher in der Umsetzung der GAP in Österreich ein Agrar-Umweltprogramm, das die großen Herausforderungen vor denen wir als LandwirtInnen aber auch wir als Gesellschaft stehen, adressiert. Dafür ist essenziell, dass das ÖPUL eine Weiterentwicklung von Bio ermöglicht.

Hintergrund

Am 6. Oktober wurde vom Landwirtschaftsministerium zwar verlautbart, dass der Forderung von BIO AUSTRIA nach einer Weiterführung einer eigenen Bio-Maßnahme im Rahmen des ÖPUL nachgekommen werden wird. Prämienhöhen zu den einzelnen Maßnahmen bzw. Modulen im geplanten Agrar-Umweltprogramm wurden allerdings bisher nicht veröffentlicht. Kolportiert wird, dass trotz zusätzlicher Auflagen – Biobetriebe die nach der EU-Bio -Verordnung wirtschaften, müssen im Rahmen der Biomaßnahme ab 2023 auch die Auflagen der Maßnahme „UBB“ einhalten – die Prämie für Bio-Betriebe nicht steigen, sondern sogar sinken. Eine solche Entwicklung wäre für BIO AUSTRIA inakzeptabel..

Erfolgsgeschichte „Bio in Österreich“ weiterschreiben statt ausbremsen

27 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche und 23 Prozent aller Höfe in Österreich wirtschaften biologisch. Damit ist der Bio-Anteil höher als in beinahe allen anderen Ländern der Welt. Auch beim Pro-Kopf-Verbrauch von Bio-Lebensmitteln liegt Österreich laut aktuellen Zahlen weltweit an vierter Stelle, beim Bio-Markt-Anteil gar an dritter Stelle.

„Diese Bio-Erfolgsgeschichte ist nicht zufällig passiert, sondern sie hat wesentlich mit dem österreichischen Agrar-Umweltprogramm und der Rolle, die der Biologischen Landwirtschaft darin in der Vergangenheit zugestanden wurde zu tun“, betonte Grabmann. „Dass Bio im ÖPUL stets eine zentrale Rolle zugestanden wurde, hat wiederum ganz elementar mit den nachweislich vielfältigen positiven Leistungen der Bio-Landwirtschaft im Zusammenhang mit dem Umweltschutz, dem Biodiversitätsschutz, dem Klimaschutz, aber auch im sozio-ökonomischen Bereich zu tun. Daher muss das auch so bleiben“, forderte Grabmann.

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Gesamtbetriebliche Ökologisierung durch biologische Wirtschaftsweise

Eine erst im September präsentierte aktuelle Studie des FiBl Österreich stelle den österreichischen Bio-Höfen ein herausragendes Zeugnis im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit aus. Zentral für das herausragende Abschneiden der Bio-Höfe ist die Tatsache, dass die biologische Wirtschaftsweise eine gesamtbetriebliche Ökologisierung bewirke, betonen die Wissenschafter des FiBL darin. (Details siehe hier)

„Diese gesamtbetriebliche Ökologisierung ist genau das, was notwendig ist, um den vielfältigen Herausforderungen, wie dem Klimawandel und dem Biodiversitätsverlust, auf landwirtschaftlicher Ebene zu begegnen. Und genau darum geht es schließlich auch im ÖPUL. Daher braucht es eine vollinhaltliche Honorierung der Leistungen der Biobäuerinnen und Biobauern im ÖPUL, um die Attraktivität von Bio zu stärken und damit die Weiterentwicklung von Bio zu ermöglichen. Alles andere wäre ein agrarpolitischer Rückschritt und ein Rückschlag für eine gesamthafte Ökologisierung der Landwirtschaft“, betonte die BIO AUSTRIA Obfrau abschließend.

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