Handwerk & Unternehmen

Eine Wurst herstellen die jedem schmeckt

Ende März starb mit Franz Radatz senior - einer der Großen der Fleischbranche. Er hat diesen Wirtschaftszweig seit Jahrzehnten mitgeprägt und sein Unternehmen durch die enge und partnerschaftliche Beziehung zur Rewe zu einem der Marktführer gemacht.

Am 30. März 2022 ist Franz Radatz sen., Gründer und Namensgeber der Radatz-Gruppe, nach einem erfüllten und arbeitsreichen Leben im 85. Lebensjahr gestorben. Franz Radatz sen. hat mit seinem unermüdlichen Fleiß und mit großer Liebe zum Fleischerhandwerk und zu den Menschen die Firma groß gemacht und den Geschmack sowie die Qualität der Radatz-Produkte geprägt.

Franz Radatz war kein lauter Mensch, eher ein ruhiger und väterlicher Chef, wie man in Gesprächen mit Mitarbeitern und Wegbegleitern immer wieder vernimmt. Er hatte ein großes Gespür für die Menschen, war stets gütig, was sich auch in der Tatsache manifestiert, dass viele Radatz-Mitarbeiter Jahrzehnte in der Firma beschäftigt sind. Auch für jeden Kunden, selbst wenn der noch so klein war, hatte er stets ein offenes Ohr. Der Radatz-Seniorchef hat bei so manchem Firmenfest gesungen, sogar ein paar CDs mit Schlagermusik und Wiener Liedern aufgenommen. Das Singen war eben eine seiner Leidenschaften. Ebenso wie das Wit- zemachen. Bei jeder Gelegenheit musste Franz Radatz einen Witz loswerden. Gelacht haben dann die Zuhörer und er selbst stets gerne. Zum Präsidenten hat es der Seniorchef des Unternehmens in Wien-Liesing auch gebracht. Nämlich zum Fußball-Klub-Präsident bei ASK Erlaa, einem Verein, den Radatz auch als Sponsor stets unterstützte. Sportlich betätigte sich Radatz sen. aber lieber als Tennisspieler. Daran hatte er

Die berufliche Leidenschaft

Als Firmenchef heftete er sich das Ziel auf die Brust, stets eine gute Wurst zu machen, die sich jeder leisten kann. Radatz-Produkte waren nie im hochpreisigen Segment angesiedelt. Das war seine berufliche Leidenschaft. Bis zum Schluss war Franz Radatz sen. regelmäßig in der Produktion anzutreffen. Seine Expertise war stets gefragt, jedes Produkt verkostete er gewissenhaft. Er selbst lebte ausgesprochen bescheiden bis zu seinem Tod in seiner Wohnung über dem Betrieb.

Die Erfolgsgeschichte von Radatz ist untrennbar mit Billa und dann mit der Rewe verbunden: Franz Radatz fuhr seinerzeit selber ins Gai und belieferte Kunden. Darunter auch einige Billa-Filialen. So lernte er den Billa-Gründer Karl Wlaschek kennen. Daraus entstand durchaus eine Freundschaft und eine bis heute andauernde enge Geschäftsbeziehung. Sein persönlicher Fokus lag trotzdem eher auf der Produktion, weil er sich vielleicht etwas schwertat, mit Kritik von Kunden umzugehen.

Firmengeschichte

1962, im Alter von 25 Jahren, eröffnete Franz Radatz sen. mit seiner Frau Elisabeth sein erstes eigenes Geschäft in der Karolinengasse im vierten Bezirk. In den darauffolgenden Jahren erfolgte die Expansion des Unternehmens und 1966 wurde der Produktionsstandort nach Neu-Erlaa verlegt, wo sich auch heute noch der Sitz des Familienbetriebs befindet. 1998 wurde Stastnik, der Salamimeister, eine hundertprozentige Tochter von Radatz.

Das Wiener Unternehmen beliefert heute neben den eigenen 23 Radatz Fleischereien und den 13 Radatz-Wurstgroßmärkten, österreichweit die wichtigsten Handelsketten. Die operative Leitung wird bereits seit 2001 vom Sohn des Gründers, Dr. Franz Radatz, wahrgenommen.

Franz Radatz sen. hat bis zuletzt regen Anteil an allen unternehmerischen Belangen genommen und den persönlichen Kontakt zu den Mitarbeiter:innen gepflegt. Seine Integrität, seine Werte und sein Selbstver- ständnis als Unternehmer werden das Familienunternehmen auch über seinen Tod hinaus prägen.

Die Fleisch & Co-Redaktion spricht allen Angehörigen ihr aufrichtiges Mitgefühl aus.

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Autor: HaRo

 

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