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Schweine- und Rinderproduktion wird 2013 sinken

Der Bestand an Schweinen dürfte in Österreich um 4% sinken und der der Rinder um 1,2 %

Die Bundesanstalt für Agrarwirtschaft geht in ihrer jüngsten Prognose von einer Bruttoeigenerzeugung von 4,725 Mio. Schweinen aus. Das entspricht gegenüber 2012 einem Rückgang um 4,1%. Konkret soll die heimische Produktion 1,20 Mio. Stück im ersten Quartal, 1,165 Mio. im zweiten, 1,13 Mio. im dritten und 1,23 Mio. Schweine im vierten Quartal betragen. Die Experten gehen in ihrer Prognose von der Schweinebestands-Erhebung der Statistik Austria zum Stichtag 01.12.2012 aus. Diese ergab eine Gesamtzahl von rund 2,98 Mio. Stück, was im Jahresvergleich einem Minus von 0,7% entspricht. Die Anzahl der Ferkel blieb dabei mit einem Plus von 0,1% annähernd gleich, während bei den Schweinen mit 20 bis 50 kg eine Abnahme um 1,4% registriert wurde. Die Mastschweine blieben zahlenmäßig mit +0,1% ungefähr gleich, der Zuchtsauenbestand verringerte sich um 4,5%. Der Bestand an gedeckten Sauen verkleinerte sich um 3,4% und die Anzahl der ungedeckten Tiere sank um 6,9%, wobei die Herde der noch nie gedeckten Jungsauen um 11,3% schrumpfte.

Weniger Schlachtungen im Jahr 2012

Im Jahr 2012 wurden in Österreich rund 5,4 Mio. Schweine gewerblich geschlachtet, um 2,9% weniger als im Jahr zuvor. Dazu kamen noch 37.000 Hausschlachtungen. Der Außenhandel mit Lebendtieren und Schweinefleisch war im vergangenen Jahr laut vorläufigen Zahlen sowohl einfuhr- als auch ausfuhrseitig rückläufig. Die Lebendschwein-Importe sanken im Jahresvergleich um 9,6% auf etwa 559.000 Stück und die Exporte verringerten sich um 54,8% auf 53.000 Stück. Die Fleischeinfuhren betrugen umgerechnet 1,88 Mio. Tiere (-7,7%), während die Ausfuhren um 8,8% auf rund 2,60 Mio. Stück schrumpften. Insgesamt wurden somit zirka 2,43 Mio. Schweine importiert und 2,65 Mio. exportiert. Dies bedeutet einen Exportüberhang von etwa 219.000 Stück. Aus den genannten Zahlen ergibt sich für 2012 eine vorläufige Bruttoeigenerzeugung von 4,93 Mio. Stück, was im Jahresvergleich einem Rückgang um 3,4% entspricht.

EU korrigiert Schweineprognose 2013
Die EU-Kommission hat ihre Prognose für die Schweineproduktion in den Mitgliedstaaten vor Kurzem berichtigt und dabei den erwarteten Rückgang der Erzeugung im laufenden Jahr etwas abgeschwächt, berichtet Agra-Europe. Den aktuellen Daten zufolge sollen 2013 in der EU rund 247,9 Mio. Schweine erzeugt werden; das wären knapp 8,1 Mio. Tiere oder 3,1% weniger als 2012. Anfang März war die Kommission auf Grundlage der aus den Mitgliedsländern übermittelten Meldungen noch davon ausgegangen, dass EU-weit um 8,6 Mio. Stück oder 3,4% weniger Schweine erzeugt werden.

Eine Berichtigung der Daten erfolgte insbesondere in Deutschland: Hier wird nunmehr erwartet, dass die Bruttoeigenerzeugung heuer rund 45,2 Mio. Tiere beträgt, das wären um 1,3 Mio. Stück oder 2,8% weniger als 2012. Nach Einschätzung der Experten wird der Produktionsrückgang vor allem im zweiten Halbjahr 2013 mit einem Minus von 4,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum erfolgen. Für das erste Quartal wird noch mit einem leichten Plus von 0,8% gerechnet; im zweiten Quartal soll die Erzeugung dann um 2,4% kleiner als im Vergleichszeitraum 2012 ausfallen.


Rinderproduktion: Minus 1,2%
Die österreichische Rinderproduktion wird voraussichtlich sowohl im heurigen Jahr als auch 2014 rückläufig sein. Die Bundesanstalt für Agrarwirtschaft geht in ihrer jüngsten Prognose davon aus, dass die Bruttoeigenerzeugung heuer um 1,2% kleiner sein wird als 2012, wobei das Minus bei Großrindern mit 0,8% geringer ausfallen soll als bei Kälbern (-3%). Für 2014 wird ein weiterer Rückgang der Gesamtproduktion im Ausmaß von 0,8% erwartet.

Konkret rechnet die Bundesanstalt heuer mit einer Großrinder-Bruttoeigenerzeugung von rund 581.500 Stück (-0,8% gegenüber 2012). Diese Menge setzt sich zusammen aus 264.000 männlichen Rindern (+0,7%), 185.000 Kühen (-0,3%) und 132.500 Kalbinnen (-4,4%). Die Kälberproduktion wird mit 124.000 Stück beziffert (-3%). Das ergibt in Summe eine Bruttoeigenerzeugung von etwa 705.500 Stück.

Für 2014 prognostiziert die Bundesanstalt eine Großrinder-Eigenerzeugung von etwa 576.000 Stück (-0,9% gegenüber 2013). Davon werden 260.000 männliche Rinder, 184.000 Kühe und 132.000 Kalbinnen sein. Die Kälberproduktion wird in etwa 124.000 Stück betragen. Daraus resultiert eine gesamte Bruttoeigenerzeugung von 700.000 Rindern und Kälbern (-0,8%).

Rinderbestand rückläufig
Das Prognosemodell für 2013 und 2014 basiert auf der Rinderbestands-Erhebung zum Stichtag 01.12.2012. Diese ergab eine Gesamtzahl von rund 1,96 Mio. Stück, was im Jahresabstand einem Rückgang um 1,1% entspricht.

Die Rinder im Alter bis zu einem Jahr nahmen dabei zahlenmäßig um 0,9% auf knapp 629.000 Stück zu, jene zwischen einem und zwei Jahren verringerten sich um 1,4% auf 424.000 Stück und die Herde der Tiere, die älter als zwei Jahre sind, schrumpfte um 2,2% auf 903.000 Stück. Die Anzahl der Kühe sank um 1,6% auf 772.000, wobei sich bei den Milchkühen ein Rückgang um 0,8% auf 523.000 Tiere ergab, während die Zahl der Mutter- und Ammenkühe ein Minus von 3,3% auf rund 248.000 Stück aufwies.

Weniger Großrinder und Kälber geschlachtet
Im Jahr 2012 wurden in Österreich rund 610.000 Großrinder geschlachtet. Das entspricht gegenüber 2011 einem Rückgang um 0,9%. Der Import lebender Schlachtrinder wurde laut vorläufigen Werten um 43,4% auf etwa 98.000 Stück verringert. Die Einfuhr von Rindfleisch und Verarbeitungsprodukten erhöhte sich um 2,2% auf umgerechnet 108.000 Stück. Die Importe von Zucht- und Nutzrindern wurden um 87,5% auf 3.500 Tiere reduziert.

Die Exporte lebender Schlachtrinder wurden von 2.900 auf 11.300 Stück gesteigert, während die Ausfuhren von Rindfleisch und Verarbeitungsprodukten um 2,5% auf umgerechnet 335.000 Stück abnahmen. Bei den Zucht- und Nutzrinderausfuhren ergab sich eine Reduktion um 17,1% auf 67.000 Tiere. In Summe importierte Österreich 2012 rund 209.400 Großrinder und exportierte 413.100, womit der Exportüberhang 203.700 Stück betrug. Aus diesen Zahlen resultiert für das abgelaufene Jahr eine vorläufige Bruttoeigenerzeugung von 586.000 Stück, was einem Minus von 2,7% entspricht.

Die Kälberschlachtungen wurden 2012 um 4,4% auf 70.100 Stück reduziert. Bei den Importen von Schlachtkälbern kam es zu einem Anstieg um 48,1% auf 6.900 Tiere, bei Kalbfleisch ergab sich eine Anhebung der Einfuhren um 5,3% auf umgerechnet 72.800 Stück. Die Importe von Zucht- und Nutzkälbern wurden dagegen auf rund 850 Tiere reduziert. Auf der Exportseite verringerten sich die Lieferungen von Schlacht-, Zucht- und Nutzkälbern in Summe um 10,7% auf etwa 65.500 Stück. Daraus ergibt sich eine vorläufige Bruttoeigenerzeugung von 127.900 Kälbern, was gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um 8,8% bedeutet.

(Red./AIZ)

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