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Moosbrugger: Krisensituation mit sinnvollen Maßnahmen gut überbrücken

Der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ), Josef Moosbrugger, bewertet die von der EU-Kommission getroffenen Maßnahmen zur Abmilderung der Produktionsausfälle für die Bäuerinnen und Bauern positiv. Die von manchen Gruppierungen geäußerte Kritik kann er nicht nachvollziehen. Er tritt zudem für weiterführende Maßnahmen auf europäischer und nationaler Ebene ein.

„Die Mehrheit der Umweltschutz-Flächen, nämlich jene, die im Rahmen des Österreichischen Agrarumweltprogramm (ÖPUL) von 80% der heimischen Betriebe besonders umwelt- und biodiversitätsfreundlich bewirtschaftet werden, bleibt weiterhin erhalten. Das ist der Großteil der heimischen Agrarflächen. Bei der nun von der EU-Kommission getroffenen Flächenfreigabe geht es hingegen lediglich um einen Teil der ökologischen Vorrangflächen, was etwas ganz Anderes ist. Es handelt sich dabei um rund 5.000 ha, die im Rahmen dieser Notfallmaßnahme im Jahr 2022 ausnahmsweise zur Erzeugung von Futtermitteln verwendet werden können“, stellt Moosbrugger klar.

„Zu fordern, dass wegen einer außergewöhnlichen Situation plötzlich Nutztierbestände abgestockt und somit geschlachtet werden, halte ich für verfehlt. Wir wundern uns sehr, dass so etwas ausgerechnet von Gruppierungen gefordert wird, die sich ansonsten Tierwohl auf ihre Fahnen heften“, so der LKÖ-Präsident, der es vielmehr wichtig findet, diese Krisensituation gut zu überbrücken. „Tierhaltung ist eine sehr effiziente Verwertungsmöglichkeit von Grünlandflächen. Diese Betriebe können nicht in Ackerbaubetriebe verwandelt werden.“

EU-Kommission ermöglicht kleine Schritte, weitere Kostenabfederung gefordert

„Die Eröffnung der Krisenreserve in Höhe von 500 Mio. Euro in ganz Europa ist zudem nur eine Umschichtung von bestehenden Agrarmitteln. Wir fordern von der EU vielmehr echte Unterstützung für die extrem gestiegenen Produktionskosten“, unterstreicht Moosbrugger.

„Es besteht die reale Gefahr, dass weitere bäuerliche Betriebe für immer ihre Tore schließen und aus der Produktion scheiden. Das würde die heimische Versorgungssicherheit zusätzlich gefährden und lediglich anderen Exportnationen der Welt nutzen. Es gilt stattdessen, unsere Lebensmittelversorgung und somit Ernährungssouveränität auszubauen“, schließt der LKÖ-Präsident.

 

 

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