CoronaHandel & Direktvermarktung

Offener Brief an die Bundesregierung

SPAR, REWE, HOFER, LIDL, UNIMARKT und Handelsverband empfehlen im gemeinsamen Schreiben an Bundesregierung rechtliche Gleichstellung des LEH-Personals mit allgemeinem Handel. Personalmangel spitzt sich zu.

Nachdem die vierte Coronawelle Österreich erreicht hat, besteht aus Sicht der heimischen Lebensmitteleinzelhändler akuter Handlungsbedarf, um auch im Herbst und Winter die Versorgung der Bevölkerung garantieren zu können. Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) sieht sich mit einem nie dagewesenen Personalmangel konfrontiert, derzeit gibt es fast 10.000 unbesetzte Stellen in der Branche.

Englische Verhältnisse vermeiden

Ein Blick nach England, wo es im Lebensmittelhandel im Zuge der vierten Welle bereits zu Einschränkungen in der Verfügbarkeit der Waren aufgrund des Personalmangels und der Quarantänebestimmungen gekommen ist, zeigt die Problematik eindringlich auf. Nun ersuchen die österreichischen Lebensmittelhändler SPAR, REWE, HOFER, LIDL, MPREIS und UNIMARKT unter dem gemeinsam Dach des Handelsverbandes in einem offenen Brief an die Bundesregierung um eine Anpassung der 2. COVID-19-Maßnahmenverordnung für die 110.000 Mitarbeiter:innen: Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel, die einen 2-G-Nachweis vorweisen können, sollen von der derzeit bestehenden FFP2-Maskenpflicht befreit werden.

Es ist für die geimpften oder genesenen Angestellten des Lebensmitteleinzelhandels nicht nachvollziehbar, warum sie gegenüber dem allgemeinen Handel benachteiligt werden und weiterhin verpflichtend eine FFP2-Maske tragen sollen. Im Handel sind überdurchschnittlich viele Mitarbeiter:innen geimpft, daher sollten jetzt vielmehr Erleichterungen für das Personal anstatt Verschärfungen auf der Tagesordnung stehen.

Durch die kürzlich eingeführte Differenzierung verschärft sich der Personalmangel in der Branche derzeit eklatant. Acht Stunden täglich mit den dicht sitzenden FFP2-Masken zu arbeiten, das erschwert die Arbeitsbedingungen der Handelsangestellten enorm. Daher ersucht der Lebensmitteleinzelhandel um eine rasche Angleichung der Verordnungsregeln für alle Angestellten im Handel. Darüber hinaus übt auch die Gewerkschaft heftige Kritik an der FFP2-Maskenpflicht für Angestellte im Lebensmitteleinzelhandel.

Handel war und ist kein Corona-Hotspot

Der Lebensmittelhandel hat in der Pandemiebekämpfung stets als Partner der Bundesregierung agiert und beispielsweise die Bevölkerung mit Masken erstausgestattet, die Umstellung auf die FFP2-Masken begleitet und diese zudem für jeden Menschen in Österreich kostenfrei gestellt. Auch als vorangegangene Woche die 1. Novelle der 2. Covid-19-Maßnahmenverodnung erlassen wurde, erklärten sich die großen Lebensmittelketten bereit, den Kund:innen erneut kostenfreie FFP2-Masken zur Verfügung zu stellen. Überdies hat das betriebliche Impfen dazu beigetragen, die Krisenfestigkeit zu erhöhen. Laufend werden durch den Handelsverband und seine Mitglieder Initiativen gestartet, etwa niedrigschwellige Impfangebote oder die bundesweite Impf-Kampagne „WIR HANDELN gemeinsam. WIR IMPFEN gemeinsam.“, um die Gesundheitssituation zu stärken. Der Handel war und ist kein Corona-Hotspot. Laut AGES finden nur 0,6% der Ansteckungen im Handel statt, in dem 600.000 Beschäftigte tätig sind.

Offener Brief an Bundesregierung

Unterzeichner des gemeinsamen Schreibens an die Bundesregierung sind:

  • Fritz Poppmeier, Vorstandsvorsitzender, SPAR Österreichische Warenhandels-AG
  • Marcel Haraszti, Vorstand, REWE International AG
  • Horst Leitner, Generaldirektor, HOFER KG
  • Alessandro Wolf, Vorsitzender der Geschäftsleitung, LIDL Österreich GmbH
  • Andreas Haider, Geschäftsführer, Unimarkt Handels GmbH
  • Rainer Will, Geschäftsführer, Handelsverband

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