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Getreidemärkte und der EU-Agrarrat: Landwirtschaftsverband fordert Maßnahmen

Die Landwirtschaftskammer fordert von der EU-Kommission mehr Transparenz und Schutzmaßnahmen für die europäischen Getreidemärkte. Die steigenden Preise und die aktuelle Situation, beeinflusst durch den russischen Angriffskrieg, erfordern dringende Marktbeobachtungen und Handlungen. Die Sicherung von Exportmöglichkeiten für Länder wie die Ukraine und die Aufrechterhaltung von EU-Lebensmittelstandards sind zentrale Anliegen. Ein 'New Deal' für die europäische Agrarpolitik wird als notwendig erachtet.

“Die EU-Kommission muss sich endlich stärker damit befassen, dass die europäischen Getreidemärkte transparenter werden und funktionieren. Derzeit befindet sie sich eher in einem gefährlichen Blindflug und die Preise stehen massiv unter Druck. Daher ist die Initiative von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, dieses Thema heute beim Agrarrat in Luxemburg anzusprechen und Handlungen zu fordern, überaus wichtig”, unterstreicht LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger.

Er begrüßt, dass dabei zentrale Forderungen der Landwirtschaftskammer thematisiert werden, ebenso wie Kritik am Green Deal.

“Wir verurteilen zwar zutiefst den russischen Angriffskrieg, der über die Ukraine großes Leid gebracht hat, und sind solidarisch. Diese Solidarität darf aber nicht die Agrarstruktur in Europa und Österreich gefährden. Die Warenströme müssen dringend transparenter werden. Wir brauchen aufmerksame Marktbeobachtungen und gezielte Maßnahmen im Falle von Verwerfungen”, betont Moosbrugger.

“Die Ukraine muss wieder funktionierende Exportmöglichkeiten über den Seeweg erhalten, damit das Getreide an seine Zielmärkte in Afrika und im Nahen Osten gelangen und dort den Hunger stillen kann. Dafür braucht es Transitkorridore, Lizenzsysteme oder Transportkostenzuschüsse für Lieferungen in Drittländer. Auch muss dafür gesorgt werden, dass die EU-Lebensmittelstandards am Binnenmarkt eingehalten und kontrolliert werden”, hebt der LKÖ-Präsident hervor.

Die aktuelle Situation untermauere außerdem die Wichtigkeit des AMA Gütesiegels für Ackerfrüchte.

“Ungeachtet der aktuellen Situation braucht die Europäische Union eine Strategie, wie sie auf längere Sicht einem Agrarexportriesen wie der Ukraine mit gigantischen Strukturen – weitab von europäischen Standards – begegnen will, ohne die gemeinsame Agrarpolitik und unser Modell der Familienlandwirtschaft zu gefährden”, gibt Moosbrugger zu bedenken.

Des Weiteren begrüßt der LKÖ-Präsident, dass Totschnig beim Agrarrat einen “New Deal” anstatt des überholten “Green Deals” für die europäische Agrarpolitik fordert.

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