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Schweinemarkt: Notierung sinkt um 5 Cent

Quer durch die EU werden derzeit am Schweinemarkt tendenziell steigende Schlachtzahlen bei gleichzeitig hohem Gewicht der Tiere gemeldet. Dies entspricht durchaus einem saisontypischen Marktverlauf.

Die seit Wochen über Verluste klagende Schlachtbranche nutzt jedoch diese Situation, um – abermals ausgehend von Deutschland mit einem Minus von 5 Cent – substanzielle Preiszugeständnisse durchzusetzen.



Ausreichend versorgt sind auch die Verarbeitungsbetriebe in Österreich. Die leicht gestiegenen Schlachtzahlen fließen wieder flotter in Richtung Frischfleischabsatz und Lebensmitteleinzelhandel, wo man die günstigen Einkaufspreise dankend annimmt, um bei Preisschlachten um die Gunst der Verbraucher die Nase vorne zu haben. Vor dem Hintergrund eines gestiegenen Angebotes an frischen Schlachtschweinen musste auch hierzulande dem vehementen Drängen der international tätigen Großabnehmer auf Preisrücknahme um 5 Cent stattgegeben werden. Der heimische Mastschweine-Notierungspreis sinkt somit auf EUR 1,57 (Berechnungsbasis: EUR 1,47) je kg. Der vollständige Abfluss des Angebotes sollte damit gewährleistet sein.



“Die saisonübliche Marktschwäche wird heuer zusätzlich durch die Exportsperre Richtung Russland belastet. Da bisher für Schweinefleisch keine konkreten Entlastungsmaßnahmen in Brüssel zugesagt wurden, ist zurzeit keine Entspannung der Marktsituation sichtbar. Ein anhaltender Preisdruck ist demnach eher wahrscheinlich”, erklärt Johann Schlederer von der Österreichischen Schweinebörse.


EU-Schweinefleischexporte waren im ersten Halbjahr 2014 rückläufig

In der ersten Jahreshälfte 2014 wurden von EU-Betrieben 1,35 Mio. t Schweinefleisch am Weltmarkt verkauft. Das entspricht gegenüber dem Vorjahreszeitraum einem Rückgang um 9%, berichtet die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). Damit konnte die steigende bis zumindest stabile Entwicklung der vergangenen Jahre nicht aufrechterhalten werden.

Besonders aufnahmefähig zeigt sich laut AMI weiterhin der asiatische Markt. Spitzenreiter ist hier China mit einem Anteil von 24% an den EU-Gesamtexporten. Damit ist das Land der Mitte, nach dem Einbruch der Lieferungen nach Russland, wichtigster Kunde für die EU. Sehr dynamische Wachstumsraten zwischen 48% und 78% gibt es im Schweinefleischexport nach Japan, Philippinen und Südkorea.



Im Gesamtjahr 2014 werden die Schweinefleisch-Ausfuhren der Europäischen Union infolge der schrumpfenden Fleischerzeugung und der russischen Exportblockade deutlich rückläufig sein. Auch der Welthandel dürfte von der Handelsblockade Moskaus in diesem Jahr geprägt werden, immerhin sind die EU, die USA, Kanada und Australien die größten Schweinefleisch-Lieferanten. Diese Top Vier-Exportnationen vereinen mehr als 90% der weltweiten Ausfuhren in diesem Bereich. AIZ

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